Am Mittwoch verrät der berühmte Nager „Punxsutawney Phil“ wieder, wie lang der Winter noch dauert – den Murmeltiertag gibt es seit 125 Jahren.

Washington. Bibbern mussten die Menschen im Bundesstaat Pennsylvania und anderen Teilen der USA in diesem Winter bereits genug. Und so ruhen denn die Hoffnungen wieder auf dem kleinen Nager Phil, darauf, dass er am Mittwoch, am offiziellen Murmeltiertag, das ersehnte Ende des Winters vorhersagt. Denn dann heißt es für ihn zum 125. Mal: Raus aus dem Bau!

Das Nagetier Phil ist ein echter Star in Nordamerika. Jahr für Jahr erwarten Zehntausende Menschen im verträumten Städtchen Punxsutawney (Pennsylvania) und Millionen vor dem Fernseher gespannt, ob das 50 Zentimeter große Murmeltier seinen Schatten „sieht“ oder nicht. Denn das gibt einen Hinweis darauf, wie lange man noch vor Kälte zittern muss.

Am Morgen des Murmeltiertags wird das Nagetier recht unsanft geweckt

Das Zeremoniell ist immer gleich: Vor Morgengrauen pilgert der „innere Zirkel“, eine Gruppe von 15 Männern mit Zylindern, und tausende Schaulustige in das Wäldchen Gobbler’s Knob bei Punxsutawney. Dort wird der Nager gegen 7.30 Uhr aus seinem Quartier in einem Baumstumpf geholt – etwas unsanft, der Chef des „inneren Zirkels“ klopft mit einem Stock gegen den Bau und zieht das Tierchen ans Tageslicht.

Scheint die Sonne, „sieht“ Phil seinen Schatten – und das bedeutet sechs weitere Wochen Winter. Wenn nicht, weil es bewölkt ist, dann bricht das Volk in Jubel aus: Der Lenz steht vor der Tür.

An 364 arbeitsfreien Tagen im Jahr lebt Phil samt Gattin in der Bücherei

Zum 125. Mal schaut die ganze Stadt auf das Erdhörnchen, das sonst mit seiner „Frau“ Phyllis zurückgezogen in der Stadtbibliothek lebt. Bis zu 30.000 Besucher werden zur Jubiläumsvorhersage erwartet, mehr als das Fünffache der Einwohnerzahl.

Am besten könnte die Geschichte des Murmeltiertags eigentlich „Punxsutawney Phil“ selbst erzählen – die Organisatoren schwören, dass das Murmeltier über all die Jahre dasselbe geblieben ist. Wen stört es schon, dass die Tiere gewöhnlich nicht älter als zehn Jahre werden.

Es gibt auch einen schönen Grund für den unerhörten Altersrekord: Jeden Sommer beim Groundhog-Picknick, so besagt es der Brauch, nimmt er einen Schluck von einem magischen Trank, der sein Leben um sieben weitere Jahre verlängert.

Wie könnte es anders sein? Phil hat eine eigene Seite bei Facebook

Phil ist demnach nun schon über 125 Jahre alt, hat aber dennoch die Zeichen der Zeit nicht verschlafen. Seit vorigem Jahr kann man sich seine Vorhersagen aufs Handy schicken lassen, und selbstverständlich ist „Phil“ auch Mitglied bei Facebook. Knapp zehntausend Fans hat er da, in der realen Welt dürften es noch deutlich mehr sein.

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