Zahl hat sich bis Anfang Mai im Vergleich zu 2014 verdoppelt. Die Polizei reagiert in NRW mit massiven Tempo-Kontrollen.

Das Ende einer Fahrt. Bei diesem Unfall wurde der Biker lebensgefährlich verletzt.
Das Ende einer Fahrt. Bei diesem Unfall wurde der Biker lebensgefährlich verletzt.

Das Ende einer Fahrt. Bei diesem Unfall wurde der Biker lebensgefährlich verletzt.

Boris Roessler/dpa

Das Ende einer Fahrt. Bei diesem Unfall wurde der Biker lebensgefährlich verletzt.

Wuppertal/Solingen. Die Motorrad-Saison hat kaum begonnen, schon wird die Schattenseite des Bikens deutlich: Alleine in NRW sind in diesem Jahr bis Anfang Mai 25 Fahrer tödlich verunglückt. Das sind fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 2014 registrierte die Polizei insgesamt 70 tödliche Unfälle von Bikern, im Jahr davor 69.

NRW-Innenminister Jäger (SPD): „Alarmierendes Signal“

„Dies ist ein alarmierendes Signal und macht mir Sorge“, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) Freitag unserer Zeitung. „Auch für Motorradfahrer ist zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer 1“, so Jäger weiter.

Gegen Raser auf zwei Rädern geht die NRW-Polizei konsequent mit Kontrollen vor. Dazu setzt die Polizei auch auf Hightech. Zum Beispiel mit einer Anlage namens ESO 3.0, bei der fünf nebeneinander angeordnete Sensoren verwendet werden. Drei messen die Geschwindigkeit, zwei die Position des Fahrzeuges. „So können die Polizisten auch in Kurven und in beiden Fahrtrichtungen messen und fotografieren. Damit können Kennzeichen und qualitativ hochwertige Bilder von Motorrad-Rasern gemacht werden“, erklärte Polizeihauptkommissar Victor Ocansey, Sprecher des NRW-Innenministeriums.

Gerade zu Beginn der Saison verunglücken viele Biker. „Die Fahrer sollten langsam anfangen; sich das Gefühl für die Maschine wieder aneignen“, rät Achim Kuschefski, Leiter des Institutes für Zweiradsicherheit in Essen. Sein Tipp: „Besonders zu empfehlen sind Fahrsicherheitstrainings.“ Dabei könne man unter sicheren Bedingungen seine Fähigkeiten in Extremsituationen testen. Dazu gehört übrigens auch eine korrekt durchgeführte Vollbremsung, die beherrscht nicht jeder.

Das sieht auch die Polizei so: „Anfänger und Wiedereinsteiger unterschätzen oftmals die Leistung ihrer Maschinen und überschätzen die eigenen, fahrerischen Fähigkeiten.“ Sie seien häufig in Unfälle verwickelt. Jeder Biker sollte zum Saisonstart an einem Sicherheitstraining teilnehmen, um sich wieder mit seiner Maschine vertraut zu machen, rät die Polizei.

Allein am Café Hubraum, einem bekannten Szene-Treff am Wupperufer zwischen Solingen und Wuppertal, rechnet Besitzer Richard Zöllner an Spitzentagen mit 5000 Besuchern auf zwei Rädern. Gerade für Biker aus den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr ist das Hubraum wegen seiner guten Anbindung ans Sonnborner Kreuz (A 46/A 535) und der direkten Wupperlage Ausgangspunkt für Tagestouren ins Bergische.

Der Stopp bei der Zornigen Ameise an der Bevertalsperre bei Hückeswagen, also ebenfalls direkt am Wasser gelegen, gehört für viele Motorradfahrer zum Pflichtprogramm. Hier kann man in der Pause sogar schwimmen.

Für längere Touren ist bei Kradfahrern das Café Alte Schule beliebt. In der Ortschaft östlich von Köln gibt es auch reichlich Zeltplätze.

Die Fahrsicherheitstrainings kosten für einen Tag laut Kuschefski zwischen 85 und 125 Euro. Allerdings sollten sich Interessierte bei ihrer Berufsgenossenschaft informieren, ob diese Zuschüsse bezahlen. Viele Berufsgenossenschaften machen das. Das Institut für Zweiradsicherheit hat unter www.ifz.de Anbieter von Fahrsicherheitstrainings aufgelistet.

Die Strecken im Bergischen Land locken 10 000 Biker an

Bei Bikern besonders beliebt ist das Bergische Land. Die attraktiven Strecken locken bei gutem Wetter regelmäßig mehr als 10 000 Biker auf die Straßen zwischen Wuppertal, Solingen und Remscheid. Die Polizei reagiert aber auch dort auf rasende Biker mit massiven Geschwindigkeitskontrollen.

Das hat gerade im Bereich Kohlfurth gefruchtet. „Das ist keine Rennstrecke mehr“, sagt Biker Dirk Sondermann (51), der seit 33 Jahren auf Motorrädern unterwegs ist. Auch er rät den Bikern, das eigene Können gut einzuschätzen und vorausschauend zu fahren. „Die meisten Tempolimits sind nicht ohne Grund da, wo sie sind.“

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