Der Airport in Düsseldorf musste am Montag gesperrt werden. Zahlreiche Flüge fielen aus.

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Mit einer grün schimmernden Spezialflüssigkeit wird dieses Flugzeug am Düsseldorfer Flughafen enteist.

Mit einer grün schimmernden Spezialflüssigkeit wird dieses Flugzeug am Düsseldorfer Flughafen enteist.

Die Piloten haben den Durchblick verloren, Schnee ist auf die Cockpit-Scheiben gerutscht.

dpa, Bild 1 von 2

Mit einer grün schimmernden Spezialflüssigkeit wird dieses Flugzeug am Düsseldorfer Flughafen enteist.

Düsseldorf. Durch das Abflugterminal des Flughafens Düsseldorf schlängeln sich an diesem Montagmorgen lange Reihen von Menschen und Gepäcktrolleys. Entlang an Anzeigetafeln, auf denen hinter jeder Flugnummer rot die Verspätungszeit blinkt: Der 7-Uhr-Flug nach Prag geht erst um 10 Uhr raus, ein Flieger, der um 10.10 Uhr nach München abheben sollte, startet erst um 14.05 Uhr. Der Flughafen Düsseldorf ist seit 6 Uhr in der Früh gesperrt, die Räumdienste hecheln dem heftigen Schneefall nur noch hinterher. Bis zum Mittag werden 47 Flüge komplett gestrichen.

"Es geht gar nichts mehr", sagt Guido Gangloff. Der 40-Jährige aus Coesfeld hat ab 5.30 Uhr zehn Kilometer im Stau gestanden, um seinen Flug nach Oslo um 7.10 Uhr zu erwischen. "Der ist jetzt annulliert." Mit ihm steht auch Inger Steinrötter in der Schlange vor dem Lufthansa-Schalter. "Seit 45 Minuten - und es ging zehn Meter vorwärts."

Die 39-Jährige wollte um 10.15 Uhr nach Leipzig abheben. "Jetzt hieß es gerade, vor 13 Uhr gehe der Flug auf keinen Fall raus." Weniger Verspätung hat Gertrud Gosses Flug nach Kopenhagen: immerhin nur rund anderthalbStunden. "Aber da verpasse ich meinen Anschlussflug nach Washington", klagt die 47-jährige Wahl-Amerikanerin. "Hauptsache, ich bin zu Obamas Amtseinführung wieder da - wenn ich ihm schon meine Stimme gegeben habe..."

"Wir fliegen nach Gran Canaria - und da bleiben wir dann auch."

Eilig hat es der achtjährige Hugo Knab, der beim Schlangestehen allmählich die Geduld verliert. "Wir fliegen nach Gran Canaria", erzählt er - und fügt mit einem grimmigen Blick in Richtung des verschneiten Ausgangs hinzu: "Und da bleiben wir dann auch."

"Solch eine Situation ist schon außergewöhnlich", erklärt Sprecher Christian Witt die Lage am Airport. 160 Mitarbeiter im Winterdienst seien seit dem Vorabend im Dauereinsatz gewesen. Mit Schwerlastwagen transportierten sie in der Nacht die Schneemassen von den Rollbahnen, doch das Wetter überholte sie. "Auf der Straße ist ein bisschen Schneematsch in Ordnung", sagt Witt, "bei uns aber nicht. Die Start- und Landebahnen müssen komplett frei sein."

Dienstag Der Tag beginnt mit eisiger Kälte und strahlendem Sonnenschein. Autofahrer aber müssen aufpassen: Da die Straßen am Montag feucht waren, kann es über Nacht zu überfrierender Nässe kommen und die Fahrbahn spiegelglatt werden. Auch tagsüber bleibt es meist sonnig und trocken, am Nachmittag ziehen aus Norden einige hohe Wolken durch. Auch tagsüber bleibt es frostig kalt mit Höchstwerten bei minus 8 Grad. In der Nacht kann die Temperatur örtlich sogar auf sibirische Werte bis zu minus 20 Grad sinken.

Mittwoch Es ziehen immer wieder dichte Wolken durch, die Sonne zeigt sich nur noch ab und zu. Besonders im Bergland und in Westfalen fallen ein paar Schneeflocken, nennenswerter Neuschnee kommt aber nirgends mehr dazu. Der Wind weht meist schwach und dreht auf westliche Richtungen. Die Temperaturen steigen auf -5 bis 0 Grad.

Tönisvorst 12 Zentimeter

Mettmann 13

Krefeld 15 bis 20 cm

Wuppertal 15 bis 20

Remscheid 10

Solingen 12 bis 19

Düsseldorf 10

Viersen 10

Neuss 13

Burscheid 15

Um 9 Uhr wird die Südbahn des Flughafens wieder freigegeben. Bis dahin wurden bereits zahlreiche Flüge gestrichen, vier ankommende Flugzeuge wichen auf Köln und Osnabrück aus. Noch am Vormittag heben die Flugzeuge, grün schimmernd von der Enteisungsflüssigkeit, nur nach und nach ab, mit minutenlangen Abständen.

Kehrfahrzeuge befreien zum Teil Flieger erst aus der Parkposition und schrubben vor ihnen her zur Startbahn. Erst am Mittag kann auch die Nordbahn wieder in Betrieb gehen und damit begonnen werden, die verspäteten Flüge abzufertigen. Witt: "Viele Passagiere sitzen schon seit Stunden in den Maschinen und warten darauf, dass es losgeht."

Für Dienstag erwartet der Flughafen keine Schwierigkeiten. Denn laut Deutschem Wetterdienst ist nicht mit weiterem Schneefall zu rechnen. Christian Witt: "Schnee in dieser Masse ist für uns ein großes Problem. Starker Frost hingegen nicht, wir können die Rollbahnen enteisen."

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