Der harte Winter sorgt für große Schäden an den Straßen. Doch Städten wie Wuppertal fehlt das Geld für Reparaturen. Stattdessen warnen Tempo-30-Schilder.

Im Wuppertaler Stadtbild immer häufiger zu sehen: Ein Tempo-30-Schild mit dem Zusatz-Hinweis Frostschäden.
Im Wuppertaler Stadtbild immer häufiger zu sehen: Ein Tempo-30-Schild mit dem Zusatz-Hinweis Frostschäden.

Im Wuppertaler Stadtbild immer häufiger zu sehen: Ein Tempo-30-Schild mit dem Zusatz-Hinweis Frostschäden.

Fischer

Im Wuppertaler Stadtbild immer häufiger zu sehen: Ein Tempo-30-Schild mit dem Zusatz-Hinweis Frostschäden.

Wuppertal. In Wuppertal ist sie seit Jahren ein Thema - die baufällige Verkehrsinfrastruktur in Form maroder Brücken, Treppen, Gehwege und Straßen. Letztere werden in diesem Winter so extrem wie lange nicht mehr durch Frost beschädigt. Konsequenz daraus sind allerdings keine großen Reparaturen, sondern Notlösungen und immer häufiger Tempo-30-Schilder über viele Monate hinweg: Der Stadt fehlt das Geld, sich angemessen um Straßen und Wege zu kümmern.

"Erste Hilfe" mit Kalt-Asphalt - und dann ein Blick in leere Kassen

Zunächst einmal geht es darum, die allerschlimmsten Schäden notdürftig mit Kalt-Asphalt zu reparieren oder Gehwege abzusperren, um Unfälle zu verhindern. "Da wird ordentlich was auf uns zurollen", heißt es bei der Stadt Wuppertal mit Blick in den Frühling: Sanieren lassen sich besonders betroffene Straßen erst nach dem Winter - wenn das Geld überhaupt vorhanden ist. Nicht nur in Wuppertal zogen sich die Straßenreparaturen im vergangenen Jahr aus diesem Grund bis weit in den Sommer. Und der Sanierungsstau wird immer länger.

Erledigt wird ohnehin nur noch das Allernötigste, denn die Kassen der Städte sind chronisch leer: Die Stadt Wuppertal hat bereits im vergangenen Jahr errechnet, dass sie allein in die maroden Straßen insgesamt 112 Millionen Euro investieren müsste. Brücken und Stützmauern sind da noch gar nicht eingerechnet. Und: Der Winter in diesem Jahr wird die Lage noch zuspitzen.

"Neu ist, dass wir stadtweit extreme Probleme auf Gehwegen haben", heißt es weiter. So haben Schnee und Eis etliche Gehwegplatten angehoben und unter Belastung - etwa durch Lieferwagen in den Innenstädten - zerbrechen lassen. Auch in Fußgängerzonen sind daher jetzt immer häufiger Absperrungen zu sehen.

Sobald die Schäden zur Gefahr werden und sich nicht mehr nur mit Kalt-Asphalt flicken lassen, stellt die Stadt im Zuge ihrer Verkehrssicherungspflicht wie bereits in den Vorjahren Tempo-30- und Tempo-10-Schilder auf. Damit will man auch juristisch auf der sicheren Seite sein, sollte es zu Unfällen kommen, die auf eine Schlaglochpiste zurück zu führen sind.

Auch Solingen schließt Tempo-30-Schilder an Schlaglöchern nicht aus. Eine Stadtsprecherin relativiert aber: "Derzeit haben wir eine solche Situation nicht." Ebenso in Hilden: "Für uns ist es noch zu früh, um konkrete Maßnahmen festzuzurren", sagt der Leiter des Tiefbauamtes, Harald Mittmann. "Die Belastungsprobe mit wechselndem Frost- und Tauwetter kommt auf die Straßen erst noch zu." Fest stehe, "dass Reparaturarbeiten, die gemacht werden müssen, auch gemacht werden". Das sagt auch Andreas Voß, Pressesprecher in Langenfeld. "Wenn die Straßen es nötig haben, wird ausgebessert und erneuert."

Krefeld hingegen beabsichtigt nicht, bei Schlaglöchern Tempo-30-Schilder aufzustellen. "Die Möglichkeit haben wir, aber nötig ist das unter diesen Bedingungen nicht", sagt ein Stadtsprecher. Witterungsbedingungen und personelle Kapazitäten seien ideal, so dass die Arbeiten schnell voran schreiten und Schäden umgehend behoben werden können.

Auch in Mönchengladbach und im Kreis Viersen sind keine Tempo-30-Abschnitte wegen Frostschäden geplant. "Die Frage stellt sich überhaupt nicht", sagt der Mönchengladbacher Stadtsprecher Wolfgang Speen. "Die Situation ist nicht so schlimm, als dass so etwas nötig wäre."

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