Am frühen Donnerstagmorgen hat die Polizei 15 Wohnungen unter anderem in Mönchengladbach und Viersen durchsucht.

Ralf Jäger
Ralf Jäger will den Fahndungsdruck auf die Rocker hoch halten.

Ralf Jäger will den Fahndungsdruck auf die Rocker hoch halten.

Caroline Seidel

Ralf Jäger will den Fahndungsdruck auf die Rocker hoch halten.

Düsseldorf. In einer groß angelegten Aktion hat die Polizei am frühen Donnerstagmorgen mit Spezialeinsatzkräften 15 Wohnungen von Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach, Essen, Bochum, Herne, Gelsenkirchen, Siegburg, Eitorf, Köln und Viersen durchsucht. Wie die Polizei mitteilte, sollen die Bewohner an der Massenschlägerei im Januar in Mönchengladbach beteiligt gewesen sein. Insgesamt wurden rund 150 Polizistinnen und Polizisten eingesetzt.

Die NRW-Polizei will den Fahndungsdruck auf kriminelle Rocker hoch halten. „Wir verfolgen entschlossen die Verbrechen der Rockerbanden“, erklärte Innenminister Ralf Jäger am Donnerstag in Düsseldorf. „Das bleibt auch in Zukunft so.“ 

Rockerkriminalität sei in unserer Gesellschaft viel zu lange verharmlost worden. Das trügerische Bild von Motorradromantik habe den Blick auf die verbrecherische Realität verklärt, so Jäger. Es gehe um Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, Zuhälterei, Erpressung und schwere Körperverletzungen.

„Hells Angels und Bandidos ignorieren bewusst die Grundwerte unserer Gesellschaft. Sie schotten sich ab, stellen ihre eigenen Regeln auf und üben Selbstjustiz“, stellte der Minister fest. „Wir dulden aber keine rechtsfreien Räume. Deshalb gehen wir entschieden gegen diese gewalttätigen Subkulturen vor.“

Als weiteren Erfolg der konsequenten Strategie in NRW gegen gewalttätige Rockerclubs wertet Ralf Jäger die Selbstauflösung des Bandidos-Chapters Oberhausen in der vergangenen Woche. „Der Druck zeigt Wirkung. Wir wollen die kriminellen Strukturen dieser Banden zerstören. Deshalb stehen wir der Rockerszene permanent auf den Füßen“, machte der Innenminister deutlich.

Bei den Razzien in Mönchengladbach, Viersen, Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Essen, Siegburg, Eitorf und Köln suchten die Beamten nach Beweismitteln. Nach ersten Angaben konnten sie eine Vielzahl von Speichermedien, Schlag-/Hieb- und Stichwaffen sicherstellen - alleine bei einer Einzelperson wurden 50 Messer, drei Faustfeuerwaffen und mehrere Einheiten Testosteron gefunden. Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände wird auch wegen ihrer Vielzahl noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. Festnahmen erfolgten keine.

In den vergangenen zwei Jahren führte die Polizei laut Innenministerium NRW bei 105 Treffen Kontrollen und Razzien gegen Rocker durch. Bei den mehr als 7.730 Personen und über 4.370 Fahrzeugüberprüfungen stellten die Beamten zahlreiche Hieb- und Stichwaffen sicher. Insgesamt hatte die NRW-Polizei 325 Treffen im Visier. „Sie kennt die Bandenstrukturen und die Personen ganz genau“, stellte Minister Jäger fest. „Bei fast allen Treffen oder Veranstaltungen von Rockern ist die Polizei präsent und kontrolliert.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer