Der Unfall des «Wetten, dass...?»-Kandidaten Samuel schockte die Fernsehnation. Nun will das ZDF klären, was geändert werden soll.

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Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Markus Schächter, spricht am Freitag (10.12.2010) in den Konferenzräumen des Senders in Mainz während einer Pressekonferenz.

Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Markus Schächter, spricht am Freitag (10.12.2010) in den Konferenzräumen des Senders in Mainz während einer Pressekonferenz.

dpa

Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Markus Schächter, spricht am Freitag (10.12.2010) in den Konferenzräumen des Senders in Mainz während einer Pressekonferenz.

Mainz/Düsseldorf (dpa). Nach dem schockierenden «Wetten, dass..?»-Unfall des 23-jährigen Samuel Koch will das ZDF die Fernsehshow modifizieren. «"Wetten, dass..?" wird sich verändern», sagte Intendant Markus Schächter am Freitag nach der Sitzung des ZDF- Fernsehrates in Mainz. Nach seinem Willen sollen eine «Task Force» unter ZDF-Leitung und ein unabhängiger Experte den Fall untersuchen. Ein detaillierter Bericht, der Grundlage für Änderungen sein soll, soll im Januar vorliegen.

Der Kandidat war nach Auskunft der Düsseldorfer Klinik auch am Freitag noch gelähmt. Moderator Thomas Gottschalk wollte sich während der Produktion des Jahresrückblicks «Menschen 2010» am Abend noch einmal äußern. Nach dem Intendant sprach sich auch der ZDF-Fernsehrat für eine «vollständige» Untersuchung aus - von der Wetten-Annahme bis zum Unfall. Das Kontrollgremium wolle, dass die Sendung fortgesetzt werde, «aber sie kann sicher nicht so fortgesetzt werden, als ob es diesen Unfall nicht gegeben hätte», sagte der Vorsitzende Ruprecht Polenz.

«Meine größte Hoffnung ist, dass sich Samuel möglichst vollständig von seinen schweren Verletzungen erholen kann», betonte Schächter. Koch war am Samstag in Düsseldorf bei dem Versuch, mit Sprungfedern an den Füßen über Autos zu springen, gestürzt. Er zog sich so schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zu, dass ihm nun Lähmungen drohen. Nach Abschluss der Untersuchungen werde der Sender wohl im Januar einen Bericht vorlegen, der «die Basis» dafür sei, «wie wir die Auswahlkriterien für die Wetten modifizieren beziehungsweise die Umsetzung im Studio verbessern können», sagte Schächter. «Wir werden gemeinsam mit der Redaktion die Maßstäbe und Kriterien für die Auswahl der Wetten überprüfen und neu definieren.»

Bei der nächsten Ausgabe der Sendung am 12. Februar in Halle/Saale werde man «nicht einfach zur Tagesordnung» übergehen. Schächter bekräftigte, er wünsche sich, dass Thomas Gottschalk die Sendung weiter moderiere. «Aber - noch einmal - heute ist die Genesung von Samuel Koch das Wichtigste», betonte Schächter. Um die Familie des 23-Jährigen kümmerten sich seit dem Unfall in Düsseldorf auch ZDF-Mitarbeiter. Sie solle sich ganz auf die Betreuung des Sohnes konzentrieren können. Über die ZDF-Unfallversicherung sei auch «eine beträchtliche Soforthilfe» angewiesen worden, zudem helfe der Sender in Versicherungsfragen.

Ausdrücklich widersprach Schächter dem «Vorwurf, die Wetten wären angesichts des Quotendrucks verschärft worden». Auch habe es keine Hinweise dafür gegeben, dass Koch den Anforderungen nicht gewachsen gewesen sei. Koch leidet auch fast eine Woche nach seinem Unfall an Lähmungen. Der Zustand sei unverändert, berichtete eine Sprecherin der Düsseldorfer Uniklinik am Freitag. Ob der Hobby-Kunstturner mit dauerhaften Lähmungen an Armen und Beinen rechnen muss, wollten die Ärzte bisher nicht endgültig beurteilen. In der kommenden Woche könne man dazu möglicherweise mehr sagen, hatte der behandelnde Neurochirurg gesagt.

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