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Der Journalist Oleg Kaschin wurde von zwei Männern ins Koma geprügelt. (Archivbild)

Der Journalist Oleg Kaschin wurde von zwei Männern ins Koma geprügelt. (Archivbild)

Der Journalist Oleg Kaschin wurde von zwei Männern ins Koma geprügelt. (Archivbild)

Moskau. Der bei einem Mordanschlag in Moskau schwer verletzte russische Journalist Oleg Kaschin liegt weiter im Koma. Die Staatsanwaltschaft rief am Montag Augenzeugen und Medien auf, bei der Aufklärung des Verbrechens zu helfen. Auch in den Unterlagen des Reporters der liberalen Tageszeitung «Kommersant» werde nach Hinweisen auf die Täter gesucht, sagte Behördensprecher Wladimir Markin nach Angaben der Agentur Interfax.

Zwei Männer hatten den 30-jährigen Kaschin in der Nacht zum Samstag fast zu Tode geprügelt. Dieser neue Fall von Gewalt an einem prominenten kritischen Journalisten löste einmal mehr auch außerhalb Russlands Empörung aus. Kremlchef Dmitri Medwedew hat eine umfassende Untersuchung des Mordanschlags angeordnet. Moskaus Medien widmeten dem Überfall mitunter ganze Sonderseiten. In den Beiträgen ging es auch darum, dass sich Kaschin mit seiner Kritik an den undemokratischen Zuständen in Russland viele Feinde gemacht habe.

Erinnert wurde an die Vielzahl getöteter oder zu Krüppeln geprügelter Journalisten. Der weltweit bekannteste Fall ist der Mord an der kremlkritischen Reporterin Anna Politkowskaja, die 2006 vor ihrer Moskauer Wohnung erschossen worden war.

Mehrere Medien veröffentlichten im Internet ein Video von dem Überfall auf Kaschin. Zu sehen ist, wie zwei Männer zwei Minuten lang auf ihn einprügeln, bevor sie vom Tatort flüchten. Eine heiße Spur gab es zunächst aber nicht. «Der Preis für die Pressefreiheit» titelte etwa die Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» (Montag). «Die Behörden tragen eine direkte Verantwortung für das Geschehene, weil sie zulassen, dass Menschenrechtler und gesellschaftlich Engagierte öffentlich als "Feinde Russlands" verunglimpft werden», sagte der frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow dem Blatt. Die Machthaber seien verantwortlich dafür, dass heute «junge Menschen zu gewalttätigen und zynischen Persönlichkeiten» erzogen würden, sagte Nemzow. dpa

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