Das Spektakel wird am Samstag in Essen mit einer großen Show eröffnet.

Essen. Ab Samstag trägt mit Essen nach Weimar vor elf Jahren und Berlin 1988, die dritte deutsche Stadt den Titel "Europäische Kulturhauptstadt". Zusammen mit Istanbul und Pécs in Ungarn ist die Ruhrstadt vom Europäischen Rat auserwählt worden.

Doch es geht nicht nur um Essen allein. Unter der Bezeichnung "Ruhr 2010" haben sich 53 Revierkommunen zusammengeschlossen. Als gemeinsame kulturelle Identität soll die Region der Welt präsentiert werden und fünf Millionen Besucher locken. Im Laufe dieses Jahres wird es einen Kulturmarathon mit 2500 Veranstaltungen in Museen, Theatern und Konzertsälen geben.

Herausragend ist der 18. Juli. An dem Sonntag wird die A 40 gesperrt. Auf der Hauptschlagader des Reviers zwischen Duisburg und Dortmund wird für sechs Stunden kein Fahrzeug rollen. "Still-Leben Ruhrschnellweg" heißt das Projekt, bei dem eine 60Kilometer lange Picknick-Tafel aufgebaut wird. Um hinzukommen, ist die Gegenfahrbahn freigegeben - aber nur für Radfahrer und Rollschuhläufer.

Bleibendes geschaffen worden ist schon jetzt - trotz des bescheidenen Eigen-Etats von 62,5 Millionen Euro. Dazu gehören der Neubau des Essener Folkwang-Museums, das Ruhr-Museum auf der Zeche Zollverein und das Kunstquartier in Hagen. Doch es gab auch Rückschläge. So wurde das ehrgeizigste aller Projekte, die "Zeche Zollverein unter Tage" mit einer Schachtfahrt, begraben. Auch eine Eröffnungsfeier im Schalke-Stadion gibt es nicht.

12. März bis 31. Oktober: Ausstellung "Helden" von Herkules bis Lara Croft im Industriemuseum Henrichshütte Hattingen.

2. bis 30. Mai: Schacht-Zeichen, 350 gelbe Großballons schweben 80 Metern Höhe über dem Ruhrgebiet und erinnern an die ehemaligen Schachtanlagen und Fördertürme des Bergbaus.

5. Juni: "Sing - Day of Song" mit 65 000 Sängerinnen und Sängern von Chören aus allen Ruhrgebietskommunen und deren Partnerstädten in der Arena Auf Schalke.

19. Juni: Kulturfestival "Extraschicht - Die Nacht der Industriekultur" von 18 bis 2 Uhr an 40 Spielorten mit Straßentheater, Musik, Kunst, Artistik, Tanz, Lichtspektakel auf einstigen Zechen und Halden, in Stahlwerken, Produktionsstätten, Hochöfen, Gasometern.

18. Juli: Still-Leben A 40, Kultur- und Begegnungsfest auf der zwischen Duisburg und Dortmund gesperrten Ruhrgebietsautobahn.

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