Als erste trauten sich Niederländer: Vor zehn Jahren öffneten sie die Ehe ohne Einschränkung für Lesben und Schwule.

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Frank Wittebrood (li.) und Peter Lemke gehörten zu den ersten schwulen Paaren, die sich heute vor zehn Jahren trauen ließen.

Frank Wittebrood (li.) und Peter Lemke gehörten zu den ersten schwulen Paaren, die sich heute vor zehn Jahren trauen ließen.

dpa

Frank Wittebrood (li.) und Peter Lemke gehörten zu den ersten schwulen Paaren, die sich heute vor zehn Jahren trauen ließen.

Amsterdam. Verfechter der Ehe zwischen Mann und Frau hatten bis zuletzt auf einen Scherz gehofft. Doch was sich am Morgen des 1. April 2001 in Amsterdam abspielte, war ernst gemeint: Drei männliche Paare und ein weibliches ließen sich von Bürgermeister Job Cohen trauen.

Es waren die ersten Eheschließungen für Schwule und Lesben. Amsterdam sende ein Signal um den Globus, freute sich das Oberhaupt der selbsternannten „Homo-Hauptstadt“. Ein Signal für Gleichberechtigung und gegen die Diskriminierung von Homosexuellen.

Dennoch beruht die weit verbreitete Annahme, ein Jahrzehnt nach dem Signal von Amsterdam“ könnten Schwule und Lesben zumindest in der westlichen Welt fast überall Ehen schließen, auf einem Missverständnis.

Was Homo-Ehe genannt wird, ist eine „eingetragene Partnerschaft“

Wenn überhaupt zugelassen, führen Homohochzeiten bis heute meist lediglich zu rechtlich mehr oder weniger weitgehenden eingetragenen Partnerschaften – so auch in Deutschland. Lediglich neun der mehr als 190 Staaten der Welt sind dem Beispiel der Holländer gefolgt und erlauben Homosexuellen genau dieselben Ehen zu schließen, wie das Gesetz sie zwischen Frau und Mann vorsieht.

Zwei Jahre nach dem denkwürdigen 1. April 2001 öffnete Belgien die Institution Ehe für gleichgeschlechtliche Partner. Es folgten Spanien, Kanada, Südafrika, einige wenige Bundesstaaten der USA, Norwegen, Schweden, Portugal und 2010 schließlich Argentinien sowie Island.

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