Die Stadt profitiert entgegen aller Befürchtungen vom Outlet-Center auf der grünen Wiese. In Remscheid erhofft man sich Ähnliches.

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Roermond – denkmalgeschützt und beliebt.

Roermond – denkmalgeschützt und beliebt.

Die dritte Bauphase ist so gut wie abgeschlossen – das Outlet-Center wächst um 35 Geschäfte.

Regionalbüro Roermond, Bild 1 von 2

Roermond – denkmalgeschützt und beliebt.

Krefeld/Roermond. Die Kunden freuen sich. Alle Modegeschäfte Tür an Tür, dazu Unterhaltung und Gastronomie und tausende Parkplätze: Das ist das Designer Outlet Center in Roermond. Gleich hinter der Grenze, von Düsseldorf in einer guten halben Stunde über die Autobahn 52 zu erreichen. 3,5 Millionen Besucher kommen jährlich. Jetzt sollen es noch mehr werden: Am 18. August ist dann die dritte Bauphase abgeschlossen, kommen weitere 35 Shops hinzu. 35 200 Quadratmeter Verkaufsfläche wird das Ladenzentrum dann aufweisen.

Der Einzelhandel in Roermond hatte lange Bedenken gegen das Center

Roermond hat von diesem Outlet Center massiv profitiert. Dabei hatte sich der Einzelhandel in der Innenstadt lange gegen die Ansiedlung vor zehn Jahren gewehrt. Befürchtet worden war ein Aussterben der City; das DOC werde Käufer abziehen, die Innenstadt werde veröden.

Doch nichts davon ist eingetreten. Die Bischofsstadt hat das Outlet Center, entstanden auf einem ehemaligen Militärgelände, an die City angebunden, Fußgängerpassagen geschaffen. Voriges Jahr wurde die Innenstadt Roermond zur besten der Niederlande gewählt. Die Einwohnerzahl ist auf 55 000 gestiegen, neue Büros sind entstanden, im alten Hafen wurden die Kaianlagen saniert.

Weil Ausflügler ins Outlet-Center kommen, ist auch sonntags geöffnet

Dabei profitiert die Stadt auch davon, über das größte Wassersportgebiet der Niederlande zu verfügen. Viele Bootstouristen kommen hierher. Das ist auch der Grund, warum die Einkäufer vor allem sonntags nach Roermond fahren: Als touristische Destination dürfen die Geschäfte hier sonntags öffnen. Immer.

Das nutzt das DOC aus. Außer am ersten Weihnachtsfeiertag und an Neujahr ist es täglich geöffnet. 54 Prozent der Kunden kommen aus Deutschland. „Wir wollen die größte Einkaufsstadt von NRW werden“, sagt Vizebürgermeister Jos van Rey.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Händler sonntags viermal öffnen

55 000 Einwohner leben in der ehemaligen Hansestadt an Maas, Rur und Schwalm. Die City steht unter Denkmalschutz, der Bischof von Limburg residiert traditionell in Roermond.

 

roermond.nl

Derzeit mehr als 100 Geschäfte, rund 170 Marken. Laut Center sind zwischen 30 und 70 Prozent Rabatt drin.

 

designer-outlet-roermond.nl

Bei solchen Sätzen muss Markus Ottersbach schlucken. Er ist Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen. Während in Roermond also jeden Sonntag die Geschäfte geöffnet haben, „müssen wir um jeden Sonntag kämpfen“. Laut Gesetz dürfen Kommunen in NRW vier verkaufsoffene Sonntage pro Stadtteil zulassen.

Rechtlich haben deutsche Kommunen und Händler keine Handhabe gegen die niederländischen Entwicklungen. Deshalb, so Ottersbach, könne man nur an Städte und Händler appellieren, die eigenen Zentren zu stärken und mit Aktionen die Kunden zu locken.

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