Landrat in Hameln erschossen
Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont ist am 26.04.2013 in seinem Büro im Kreishaus erschossen worden. Foto: Sebastian Kahnert

Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont ist am 26.04.2013 in seinem Büro im Kreishaus erschossen worden. Foto: Sebastian Kahnert

dpa

Der Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont ist am 26.04.2013 in seinem Büro im Kreishaus erschossen worden. Foto: Sebastian Kahnert

Hameln (dpa) - Das Motiv für die tödlichen Schüsse im Kreishaus von Hameln ist gefunden: Die drohende Zwangsräumung seines Hauses hat nach Erkenntnissen der Polizei einen möglicherweise verwirrten Rentner zu der Bluttat getrieben.

Das teilte die Polizei in Hameln am Montag mit. Der 74-Jährige hatte Landrat Rüdiger Butte (SPD) am Freitag in dessen Büro erschossen und sich anschließend mit dem Revolver selber getötet.

Neben dem Verlust des Hauses hätten dem 74-Jährigen weitere Zwangsvollstreckungen sowie der Entzug des Führerscheins gedroht. Dies habe die Auswertung des im Haus des Rentners gefundenen Schriftverkehrs ergeben. Im Briefkopf aller Behördenschreiben des Landkreises Hameln-Pyrmont habe der Landrat gestanden. Statt auf einzelne Sachbearbeiter habe der Rentner seine Wut deshalb möglicherweise auf Butte gerichtet. «Die Gesamtheit der Geschehnisse wird ihn zu der Tat getrieben haben», sagte ein Polizeisprecher.

Anzeichen von Verwirrtheit hatte die Polizei bei dem Rentner im Januar nach einem Verkehrsunfall mit Bagatellschaden festgestellt, teilte die Kreisverwaltung mit. Der Rentner habe bei der Unfallaufnahme einen verwirrten Eindruck gemacht, der auf eine eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigung schließen ließ. Die Führerscheinstelle sei deshalb gebeten worden, die Fahreignung des 74-Jährigen zu überprüfen. Der Rentner, der mit einem Oldtimer-Traktor sowie einem alten Motorrad an Rundfahrten teilnahm, sei zu einer Anhörung ins Straßenverkehrsamt eingeladen worden.

Im Streit mit den Behörden hatte der Rentner bereits einige Jahre zuvor gelegen. Der Landkreis war wegen eines angeblich nicht genehmigten Zaunes aktiv geworden, den der Mann um seine Schafsweide gezogen hatte. Als die Behörde die vor Jahrzehnten erteilte Genehmigung wiederfand, monierte sie die Höhe des Zauns - er musste verschwinden. Dieser Streit habe für die Bluttat allem Anschein nach keinerlei Rolle mehr gespielt, erklärte die Polizei am Montag.

Die Trauerfeier für Rüdiger Butte (63) ist am Mittwoch kommender Woche geplant. uf der Homepage des Landkreises sollte außerdem ein Kondolenzbuch freigeschaltet werden. Hameln stehe weiter unter Schock, sagte ein Stadtsprecher. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung kehrten nach einer Ansprache des Ersten Kreisrats Carsten Vetter am Montagmorgen an ihre Arbeitsplätze zurück.

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