Fahrzeugkontrollen und Hausdurchsuchungen sollen Täter aus Südosteuropa abschrecken.

Grosseinsatz
Wie hier im Neusser Westen wurden am Donnerstag Tausende Autos nach Hinweisen auf Einbrecherbanden durchsucht.

Wie hier im Neusser Westen wurden am Donnerstag Tausende Autos nach Hinweisen auf Einbrecherbanden durchsucht.

Auch an der A 4 bei Frechen durchsuchten Polizisten zahlreiche Fahrzeuge.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

Wie hier im Neusser Westen wurden am Donnerstag Tausende Autos nach Hinweisen auf Einbrecherbanden durchsucht.

Düsseldorf. Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am Donnerstag gegen organisierte Einbrecherbanden vorgegangen. Mehr als 2000 Beamte durchsuchten im Raum Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Neuss und dem Bergischen Land Wohnhäuser, Geschäfte und Übergangswohnheime.

Es kam zu Festnahmen, auch Waffen wurden sichergestellt. Den ganzen Tag über wurden Tausende Fahrzeuge auf Fernstraßen kontrolliert.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) nannte den Großeinsatz eine Reaktion auf die im Vergleich zum Vorjahr (50 368 Fälle in NRW) gestiegene Zahl von Wohnungseinbrüchen. Im Fokus der Fahnder sind Banden aus Südosteuropa, vorwiegend Rumänien und Bulgarien.

„Die Ermittler wissen, dass ein Großteil der Straftaten durch professionell agierende und überörtlich tätige, südosteuropäische Banden begangen wird. Sie kommen und flüchten nach den Einbrüchen über Autobahnen und Bundesstraßen“, erklärte Jäger.

Täter nutzen die Reisefreiheit für ihre Verbrechen aus

Die Täter nutzen dabei die Reisefreiheit für EU-Bürger aus. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums bestätigte unserer Zeitung einen Zusammenhang mit der EU-Osterweiterung: „Wir hatten bis 2008 einen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen. Seit 2008 einen starken Anstieg.“

Unter dem Motto „Riegel vor“ setzt die Polizei nicht nur auf verstärkten Einsatz gegen Einbrecher, sondern auch auf mehr Aufklärung und Prävention.

Kontrolliert wurde unter anderem in Düsseldorf, dem Rhein-Kreis Neuss, Mönchengladbach, im Kreis Mettmann und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Mit der Aktion soll den Banden das Handwerk erschwert werden. „Die sollen wissen, dass wir ihnen auf den Füßen stehen“, sagte ein Sprecher der Polizei Köln.

Seit November arbeitet die Polizei in der Region bei der Einbrecherjagd verstärkt zusammen. Durch Abgleich der Ermittlungsergebnisse der einzelnen Polizeibehörden sollen Täter schneller identifiziert, Tatserien erkannt und Reiserouten aufgedeckt werden. Bislang waren die hochmobilen Täter der Polizei häufig einen Schritt voraus.

Lob für die Großaktion kam am Donnerstag von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Im Hinblick auf das Täterprofil forderte Landesvorsitzender Erich Rettinghaus, über eine Wiedereinführung der Visumspflicht für „gewisse Länder“ nachzudenken.

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