Deutsche Männer und Frauen mit jeweils 4000 Euro für Scheinehen angeworben.

Viersen. 80 Bundespolizisten haben in NRW eine marokkanische Bande von Menschenschleusern ausgehoben. Die Gruppe hatte deutsche Männer und Frauen angeworben, Scheinehen mit marokkanischen Frauen und Männern einzugehen. Insgesamt elf Fälle von eingeschleusten Männern und Frauen könne man nachweisen, hieß es.

Donnerstagmorgen durchsuchten Beamte sieben Wohnungen in Mönchengladbach, jeweils zwei in Aachen und Viersen und je eine in Düsseldorf und Krefeld. Dabei stießen sie in einer Wohnung in Viersen auch auf den Hauptverdächtigen, einen 52-Jährigen, dessen Staatsangehörigkeit noch nicht geklärt ist. Gegen ihn liegt bereits ein Haftbefehl vor. Neben Unterlagen, Verträgen und Zahlungsquittungen fand man bei ihm auch 20 000 Euro.

Die Masche der Bande: Angeworbene Deutsche flogen nach Marokko, heirateten dort, kehrten zurück und beantragten eine Familienzusammenführung. Dafür erhielten sie 4000 Euro, die Geschleusten zahlten 12000 bis 15000 Euro. Den Beteiligten drohen Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Die Ermittler kamen der Bande nach einem Tipp auf die Schliche, weil in einem Fall aufgefallen war, dass die Vermählten gar nicht zusammenleben.

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