Der Lehrer an einer Berufsschule stirbt noch am Tatort. Ein Ex-Schüler hat die Tat gestanden.

Das Opfer wurde in einem der Gebäude gefunden. Die ärztliche Hilfe kam für den Lehrer zu spät.
Das Opfer wurde in einem der Gebäude gefunden. Die ärztliche Hilfe kam für den Lehrer zu spät.

Das Opfer wurde in einem der Gebäude gefunden. Die ärztliche Hilfe kam für den Lehrer zu spät.

Nach der Tat stehen Schüler, Polizisten und Feuerwehrleute auf dem Hof der Berufsschule.

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Das Opfer wurde in einem der Gebäude gefunden. Die ärztliche Hilfe kam für den Lehrer zu spät.

Ludwigshafen. Eine Stadt unter Schock: Erneut hat es an einer deutschen Schule einen blutigen Angriff gegeben, ein 58 Jahre alter Lehrer starb am Donnerstag an einer Berufsschule. Getötet worden sei er von einem 23 Jahre alten ehemaligen Schüler, der laut einer ersten Vernehmung viel zu schlechte Noten von dem Getöteten bekommen haben will. "Sehr große Wut" soll er auf das Opfer, einen Familienvater, gehabt haben, sagt der stellvertretende Leiter der Ludwigshafener Polizei, Franz Leidecker.

Sichtlich bewegt sprachen Ermittler über die Tat, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen (SPD) kämpfte um Fassung. Sie war kurz nach dem Verbrechen in die Schule gekommen und redete mit Angehörigen und Kollegen des Opfers. "Sie sehen mich fassungslos", sagt sie.

Die Schüler waren geschockt, Gerüchte verbreiteten sich schnell

Fassungslos waren am Morgen auch die Schüler der Berufsschule. Aufgeregt und noch unter Schock liefen sie vor den evakuierten Gebäuden auf und ab, versuchten Informationen zu bekommen über das schreckliche Geschehen. Gerüchte verbreiteten sich wie Lauffeuer: Rasch hatte das Wort "Amoklauf" die Runde gemacht, mehrere Schüsse sollten gefallen und der Täter noch in einem Gebäude sein.

Erinnerungen an Amokläufe wie vor knapp einem Jahr in Winnenden wurden wach. Wie damals am 11.März waren alle Gebäude der Schule abgeriegelt, mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten standen Wache, ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gelände. Mit einem Großaufgebot war die Polizei angerückt, unter ihnen Spezialeinsatzkräfte mit Maschinenpistolen.

Erst am Nachmittag wurden erste Einzelheiten bekannt: Der junge Mann soll gegen 10 Uhr in ein Werkstattgebäude gegangen und dort auf der Kellertreppe auf den Lehrer getroffen sein. Dort soll es zu einem Handgemenge gekommen und der Lehrer dabei mit einem "Kampfmesser" schwer verletzt worden sein, sagt Leidecker weiter. Der Lehrer starb wenig später kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte.

Möglicherweise löste der Täter selbst den Brandalarm aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert "Amok" als "willkürliche Episode" mörderischen oder erheblich zerstörerischen Verhaltens. Dabei muss diese Gewalttat mehrere Menschen verletzen oder gar töten.

Anders als bei der Tat in Winnenden sprach die Polizei am Donnerstag nicht von einem Amoklauf.

Der Täter soll weiter ins Hauptgebäude gegangen sein, dort mehrere Schüsse mit einer Schreckschuss-Pistole abgegeben und schließlich im obersten Stock ein Feuer entzündet haben. Ob die Flammen oder der Täter selbst den Brandalarm auslösten, sei derzeit noch unklar.

Die Feuerwehr wurde Zeuge der Schüsse und verständigte die Polizei. "Durch das besonnene Verhalten der Rettungskräfte wurde sicher Schlimmeres verhindert", lobt Bürgermeister Wilhelm Zeisser. Vier Polizeibeamte, die in das Gebäude stürmten, konnten den Täter stellen, der sich widerstandslos habe festnehmen lassen. Er soll ohne geregelte Arbeit und seit dem vergangenen Jahr in einer Berufsförderungsmaßnahme sein.

Auch wenn der 23-Jährige mehrere Lehrer angriff: "Wir vermeiden das Wort Amoklauf", sagt Polizeisprecher Michael Lindner. Er nennt es "akute Bedrohungslage". Weitere Verletzte gab es nicht.

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