Eigene Verwaltung ließ Kölns OB Schramma im Ungewissen. Personelle Konsequenzen angekündigt.

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Kölns OB Fritz Schramma (CDU, r.) leitete inzwischen Ermittlungsverfahren gegen alle vermeintlichen Mitwisser bei den KVB ein.

Kölns OB Fritz Schramma (CDU, r.) leitete inzwischen Ermittlungsverfahren gegen alle vermeintlichen Mitwisser bei den KVB ein.

dpa

Kölns OB Fritz Schramma (CDU, r.) leitete inzwischen Ermittlungsverfahren gegen alle vermeintlichen Mitwisser bei den KVB ein.

Köln. Schon Monate vor dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat es an der späteren Unglücksstelle einen Wassereinbruch gegeben. Bei Baustellenbesprechungen war von einem "hydraulischen Grundbruch im September" und von Wasserdurchlässigkeiten bei Schlitzwänden die Rede, wie die Stadt am Wochenende mitteilte.

 

Dies geht aus Protokollen von drei "Baustellenbesprechungen" hervor, die monatelang gegenüber der Rathausspitze und dem Stadtrat geheim gehalten wurden. Sowohl Kölns Baudezernent Bernd Streitberger (CDU) als auch der Chef und der Technik-Vorstand der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wussten davon mindestens seit dem 12. März.  Doch der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) war nach eigenem Bekunden weder von den KVB noch von seinem Dezernenten informiert worden.

 

Schramma fordert KVB auf, alle Dokumente offen zu legen

Nach den brisanten Enthüllungen zur möglichen Ursache des Einsturzes des Kölner Archivs will Schramma nun durchgreifen. Er habe disziplinarrechtliche Prüfungen gegen all diejenigen eingeleitet, die bei der Stadt etwas von den Problemen gewusst, aber nichts gesagt hätten, sagte er am Sonntag. Unter anderem wird das Verhalten von Baudezernent Streitberger überprüft.

Nach Bekanntwerden der brisanten Protokolle hat Schramma die Kölner Verkehrsbetriebe als Bauherr der U-Bahn aufgefordert, bis Montag alle "relevanten Bauprotokolle und Sachverhalte" über Zwischenfälle beim Bau der vier Kilometer langen Trasse offen zu legen. Anschließend müssten diese Dokumente von einem unabhängigen Gutachter überprüft werden.

"Ich fordere Sie auf, mit einer offensiven Informationspolitik für Transparenz und Aufklärung zu sorgen und alles zu unternehmen, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen", heißt es im Schreiben des OB an den KVB-Vorstand.  

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