Der Erpresser schickt den Brief per Post: Wenn die Eltern nicht zahlen, wird er ihre Kinder töten, schreibt er. Nach öffentlicher Fahndung ist der mutmaßliche Täter der Polizei ins Netz gegangen.

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Boris Roessler

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Aachen. Update am 2. März, 8.53 Uhr: Der Mann, der in Aachen und Umgebung zahlreiche Eltern erpresst haben soll, ist der Polizei ins Netz gegangen. Der Mann wurde nach einer öffentlichen Foto-Fahndung am Mittwochnachmittag in Eschweiler bei Aachen festgenommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er sollte noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Der 49-Jährige wird beschuldigt, Eltern die Ermordung ihrer Kinder angedroht zu haben, falls sie nicht eine beträchtliche Summe zahlen. Für die Geldübergabe setzte er in allen Fällen denselben Ort fest. Gezahlt wurde nach Angaben der Ermittler nie, doch installierten sie an dem Ort eine Kamera. Mit den damit aufgenommen Bildern war die Polizei am Mittwoch an die Öffentlichkeit gegangen.

Keine der 13 betroffenen Familien, die der Polizei bisher bekannt sind, hatte gezahlt. Für Experten des Landeskriminalamtes deutete vieles auf ein amateurhaftes Vorgehen hin. Erpresserbriefe hätten auch Eltern schon erwachsener Kinder bekommen - in einem Fall sogar ein Paar, das gar keine Kinder hatte. Bedroht wurden aber auch Familien mit kleinen Kindern. Unklar ist, ob es noch Opfer gibt, die sich noch nicht bei der Polizei gemeldet haben.

Meldung vom 1. März: Ein Erpresser hat Eltern im Großraum Aachen damit gedroht, deren Kinder zu töten, wenn sie ihm nicht eine beträchtliche Summe zahlen. Die Briefe schickte er nach Polizeiangaben von Mittwoch mit der Post. Den Geldbetrag in fünfstelliger Höhe sollten die Eltern an einem von ihm bestimmten Ort ablegen - das war in allen 13 der Polizei bekannten Fällen immer derselbe. Mit einer heimlich dort installierten Kamera machten die Fahnder Fotos des mutmaßlichen Täters, mit denen sie am Mittwoch an die Öffentlichkeit gingen.

Keine der 13 betroffenen Familien, die der Polizei bisher bekannt sind, hat gezahlt, wie ein Polizeisprecher sagte. Für Experten des Landeskriminalamtes deutet vieles auf ein amateurhaftes Vorgehen hin. Erpresserbriefe hätten auch Eltern schon erwachsener Kinder bekommen - in einem Fall sogar ein Paar, das gar keine Kinder habe, sagte Polizeisprecher Andreas Müller. Opfer seien aber auch Familien mit kleinen Kindern.

Möglicherweise gebe es Paare, die sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet hätten. Aus dem Grund kann die Polizei nicht sagen, ob der Täter Geld erpressen konnte. Der Mann sei seit Mai 2016 im Raum Aachen, Düren und Heinsberg aktiv. Als die Polizeikamera am 23. Januar Fotos machte, trug er einen blauen Overall und war mit einem schwarzen Roller unterwegs. dpa

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