Blumen, Fotos, Kuscheltiere und Engel erinnerbn nahe dem Wohnhaus der Familie Kardelens an das ermordete Mädchen. Der mutmaßliche Täter wohnte nebenan.
Blumen, Fotos, Kuscheltiere und Engel erinnerbn nahe dem Wohnhaus der Familie Kardelens an das ermordete Mädchen. Der mutmaßliche Täter wohnte nebenan.

Blumen, Fotos, Kuscheltiere und Engel erinnerbn nahe dem Wohnhaus der Familie Kardelens an das ermordete Mädchen. Der mutmaßliche Täter wohnte nebenan.

dpa

Blumen, Fotos, Kuscheltiere und Engel erinnerbn nahe dem Wohnhaus der Familie Kardelens an das ermordete Mädchen. Der mutmaßliche Täter wohnte nebenan.

Paderborn/Istanbul. Im Fall der ermordeten Kardelen aus Paderborn hat die Polizei trotz mehrerer Versuche noch keinen Kontakt zur Ehefrau des mutmaßlichen Täters Ali Kur herstellen können.

Über mehrere Tage sei versucht worden, telefonischen Kontakt zu der Frau aufzunehmen - bislang ohne Erfolg, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch in Paderborn. "Bei ihr besteht offensichtlich kein Interesse daran, mit uns in Kontakt zu treten." Die Frau halte sich nach letzten Informationen bei Verwandten in der Türkei auf.

Die Ermittler erhoffen sich von der Frau entscheidende Angaben zu der zentralen Frage, wie der Täter die acht Jahre alte Kardelen nach dem Mord in Paderborn zu dem etwa 60 Kilometer entfernten Möhnesee im Sauerland brachte. "Wir gehen davon aus, dass die Frau Einzelheiten des Transportes der Leiche kennen muss", sagte der Polizeisprecher.

Möglicherweise habe sie ihren Mann sogar begleitet, zumindest aber davon gewusst. Einen Führerschein habe sie - wie ihr Ehemann - aber nicht. Das Paar habe auch kein Auto. Mit welchem Fahrzeug, die tote Kardelen zum Möhnesee gebracht wurde, sei nach wie vor unklar.

Die Mordkommission sei inzwischen von 60 auf gut 15 Beamte reduziert worden, die noch immer Spuren und Hinweisen aus der Bevölkerung nachgingen.

Die türkischstämmige Kardelen war am 12. Januar in der Nähe ihres Elternhauses in Paderborn verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche am Möhnesee entdeckt.

Die Ermittlungen ergaben, dass das Mädchen in der Wohnung des türkischen Nachbarn Kur missbraucht und erstickt worden war. Der 29-Jährige hatte sich zwei Tage nach der Tat mit seiner Frau in die Türkei abgesetzt. Er war am Mittwoch vergangener Woche in Didim an der türkischen Mittelmeerküste verhaftet worden. Er soll die Tat bestreiten.

Die türkische Justiz bereitet derzeit eine Anklage Kurs vor. "Wir wollen, dass es schnell geht", sagte ein Justizsprecher am Mittwoch in Didim. Deswegen gebe es einen direkten Kontakt zwischen der türkischen Staatsanwaltschaft und den deutschen Behörden.

Derzeit werde noch Beweismaterial übersetzt, insbesondere Untersuchungen zu den sichergestellten DNA-Spuren. Wann ein Verfahren beginnen kann, war noch unklar. Dass bereits Justizakten aus Deutschland in der Türkei eingetroffen sind, konnten die Ermittler in Paderborn nicht bestätigen. Der Übersendung der Akten werde weiterhin vorbereitet. ÄOrt der FestnahmeÜ: Didim, Türkei

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