Dramatische Lage an der Weichsel. Brandenburg bereitet sich auf das Oder-Hochwasser vor.

In Breslau mussten einige Wohnblocks teilweise evakuiert werden.
In Breslau mussten einige Wohnblocks teilweise evakuiert werden.

In Breslau mussten einige Wohnblocks teilweise evakuiert werden.

Reuters

In Breslau mussten einige Wohnblocks teilweise evakuiert werden.

Warschau/ Eisenhüttenstadt. An Weichsel und Oder kämpfen die Menschen bis zum Letzten. Tausende mühten sich in Polen am Montag, gebrochene Dämme zu stopfen und Wassermassen von ihrem Hab und Gut abzuhalten. Dutzende Ortschaften waren überflutet.

Die Hochwasserlage an der Weichsel nordwestlich der Hauptstadt Warschau verschärfte sich weiter. Nach Polizeiangaben starben in Polen bisher mindestens 15 Menschen durch die Flut. In einigen Regionen des Landes soll es sich um die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 100 Jahren handeln.

Brandenburg blieb bisher von den anrollenden Fluten der Oder noch weitgehend verschont: Für den Oberlauf des Flusses galt am Montag die niedrigste Alarmstufe1. Voraussichtlich am Mittwoch werden in Ratzdorf und Eisenhüttenstadt die Richtwerte der Alarmstufe 2 erreicht. Der Hochwasserscheitel soll dort gegen Ende der Woche ankommen. Es wird damit gerechnet, dass dann vielerorts die zweithöchste Alarmstufe 3 ausgerufen wird.

Helfer an der Weichsel versuchen, Risse in den Deichen abzudichten

An der Weichsel bei Plock nordwestlich von Warschau wurden am Pfingstwochenende mehr als 20 Ortschaften und viele Tausend Hektar Land überflutet. Rund 2.000 Feuerwehrleute, Soldaten und zivile Helfer versuchten, einen Riss im Deich wieder abzudichten. Dutzende Tonnen Schutt, aus der Luft abgeworfen, konnten die Wassermassen zunächst nicht stoppen. Tausende Menschen und Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden.

Um weitere Orte zu schützen, sprengte die Feuerwehr an einigen Stellen die Deiche, teilte ein Sprecher des Krisenstabes mit. Die Weichsel soll so dazu gebracht werden, in ihr Flussbett zurückzukehren. Auch südlich von Warschau blieb die Lage dramatisch. Die Gemeinde Wilkow ist zu 90 Prozent überflutet.

Der Hochwasserscheitel auf der Oder bewegt sich langsamer als erwartet. Erst am Freitagabend soll er die deutsch-polnische Grenze bei Ratzdorf und Eisenhüttenstadt erreichen. Zurzeit wird die Flutung mehrerer Polder in der Region vorbereitet, um die Städte zu schützen.

Unter Wasser standen weiter auch Teile des Breslauer Stadtteils Kozanow. Mehrere zehnstöckige Wohnblocks waren dort nach Deichbrüchen überflutet worden. Die Flut löste eine heftige Debatte aus: Die Fläche des Stadtteils war lange als Polder (Überschwemmungsgebiet) genutzt worden. Erst in den 1970er Jahren wurde sie bebaut. Kozanow hatte bereits bei der Flut 1997 schwer zu leiden - trotzdem wurden danach weitere Hochhäuser gebaut.

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