In den USA und Schweden sind innerhalb weniger Tage tausende Singvögel verendet – Experten rätseln über die Ursachen.

dead birds found
Feuerwehrchef Christer Olofsson aus Falköping zeigt eine verendete Dohle.

Feuerwehrchef Christer Olofsson aus Falköping zeigt eine verendete Dohle.

Bjorn Larsson Rosvall

Feuerwehrchef Christer Olofsson aus Falköping zeigt eine verendete Dohle.

Washington/Stockholm. Nach dem mysteriösen Tod von mehr als 5000 Vögeln in den US-Staaten Arkansas und Louisiana ist nun in Europa ein ähnlicher Fall aufgetreten. In Falköping, einem Dorf im Südwesten Schwedens, wurden zwischen 50 und 100 tote Dohlen gefunden. Experten auf beiden Seiten des Atlantik sind ratlos.

Silvesterböller als Todesursache scheiden mittlerweile wohl aus

In der Ortschaft Beebe in Arkansas hatte es in der Silversternacht buchstäblich tote Vögel geregnet. Ein Mann berichtete, dass er allein in seinem Vordergarten am Neujahrstag mehr als 300 Kadaver gezählt habe. Bei den Tieren, die allesamt Verletzungen aufwiesen, handelte es sich durchwegs um Rotschulterstärlinge, Singvögel, die besonders häufig im Süden der USA zu finden sind. Zunächst wurde vermutet, dass die Vögel womöglich von einem Blitz getroffen wurden, in höheren Regionen in einen Hagelsturm geraten sein könnten oder von knallenden Feuerwerkskörpern aufgeschreckt wurden.

Nachdem aber vier Tage später in der Gemeinde Pointe Coupee im Bundesstaat Louisiana auf einer Schnellstraße 500 weitere Stärlinge gefunden wurden, schließen Wissenschaftler Silversterböller als Todesursache mittlerweile aus.

Nach Angaben des staatlichen Veterinärmediziners Jim LaCoeur gibt es „eine ganze Palette von Möglichkeiten. Die Stärlinge können erkrankt oder durch Industrieabgase vergiftet worden sein.“ Denkbar sei auch, dass die Singvögel in der Folge der jüngsten Eisstürme im Westen der USA von einer plötzlichen Kaltfront erwischt wurden und erfroren. Die äußeren Verletzungen könnten demnach durch den Aufprall auf den Boden entstanden sein.

Noch ist unklar, ob die beiden Fälle in einem Zusammenhang stehen

Beunruhigend findet der Tierarzt, dass sich nun in Schweden, mehrere tausend Kilometer von den betroffenen US-Staaten entfernt, ein ähnlicher Vorfall ereignet hat. „Es wird sehr interessant sein, die Laborbefunde zu vergleichen“ erklärt LaCoeur. Nach Untersuchung der Vogelkadaver erwarten die schwedischen und amerikanischen Experten erste Ergebnisse nächste Woche.

Im Bundesstaat Arkansas, in der Nähe des Fundorts der toten Rotschulterstärlinge, sorgt auch ein weiteres Tiersterben für Aufregung: 80 000 bis 100 000 tote Fische wurden am Neujahrstag im Arkansas-River gefunden. Die Tiere lagen am Ufer oder trieben auf der Wasseroberfläche.

Zwar konnten die Behörden einen Zusammenhang mit dem Massensterben der Vögel ausschließen, doch blieb die Ursache für den Tod der Fische in Erwartung der Ergebnisse der Autopsie zunächst unklar.

Massives Fischsterben komme jedes Jahr vor, zitierten Medien Keith Stephens von der Wild- und Fischbehörde in Arkansas. Aber ein derartiger Umfang sei ungewöhnlich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer