Die Branche setzt Milliarden um. Die Tierschutzorganisation Peta glaubt, dass viele nicht wissen, was sie tragen.

Mönchengladbach. Model Kate Moss trägt auf dem roten Teppich ungeniert eine Pelzjacke, Sängerin Janet Jackson hat keine Scheu mehr, einen kurzen schwarzen Nerz anzuziehen, und auch Mode-Ikone Anna Wintour, Chefin der amerikanischen „Vogue“, bevorzugt wieder Mäntel mit Fellkragen.

Sind die Zeiten, in denen Pelzträger mit Farbspray attackiert wurden, vorbei? „Ja, Pelz ist wieder salonfähig“, berichtet Susanne Kolb-Wachtel vom Deutschen Pelzinstitut. Und es werde derzeit so viel Pelz verarbeitet wie schon lange nicht mehr. Auch der Umsatz der Branche sei wieder stabil und liege in Deutschland bei einer Milliarde Euro.

Vor allem Jüngere haben das Material für sich entdeckt: „Früher hat man Pelz nur mit der älteren Dame in Verbindung gebracht. Jetzt tragen ihn die jüngeren Leute um die 20“, sagt Petra Malinowski von der Modeschule Mönchengladbach.

„Viele wissen nicht, dass sie Pelz tragen“

Die Tierschutzorganisation Peta bestätigt diesen für sie bedenklichen Trend: „Vor allem das Geschäft mit Applikationen wie Pelzkragen oder Pelzbordüren ist angewachsen“, berichtet Peter Höfken von Peta. Der Grund: „Viele wissen nicht, dass sie echten Pelz tragen. Die Kleidungstücke sind unzureichend gekennzeichnet“, sagt er.

Am meisten wird laut Zentralverband des Kürschnerhandwerks Lamm- und Kaninchenfell verarbeitet. „Es handelt sich folglich um Tiere, deren Fleisch auch verzehrt wird“, sagt Verbandsmitglied Carl-Hans Adrian. Peter Höfken von Peta hält dagegen: „Es werden in China unter katastrophalen Bedingungen Kaninchen gezüchtet, von denen nur das Fell verwendet wird. Das Fleisch kommt nicht in den Handel.“ th/dpa

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