Die Vereinten Nationen fürchten jetzt einen Ausbruch der Cholera – in Deutschland steigt die Spendenbereitschaft nur langsam.

Ein pakistanischer Junge wartet in einem Camp auf Hilfe.
Ein pakistanischer Junge wartet in einem Camp auf Hilfe.

Ein pakistanischer Junge wartet in einem Camp auf Hilfe.

dpa

Ein pakistanischer Junge wartet in einem Camp auf Hilfe.

Islamabad. Sie haben die schwersten Überschwemmungen in Pakistan seit Jahrzehnten überstanden und kämpfen nun ums Überleben: 3,5 Millionen Kindern drohen wegen verschmutzten Wassers Krankheiten wie Cholera oder Typhus, teilten die Vereinten Nationen (UN) am Montag mit. Zudem gibt es erste Warnungen vor einer Hungerkrise.

Von der Überschwemmungskatastrophe in rund einem Viertel des Landes sind nach offiziellen Angaben 20 Millionen Menschen direkt oder indirekt betroffen. Zahlreiche Hilfsorganisationen sind weiterhin vor allem damit beschäftigt, die Überlebenden mit sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln zu versorgen.

Helfer berichten von Cholera-Toten, offiziell ist nur ein Mensch erkrankt

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt sich bereits auf einen Ausbruch der Cholera ein. Es würden derzeit Vorbereitungen getroffen, um in diesem Fall 140 000 Menschen helfen zu können, sagte ein Sprecher.

Bisher bestätigte die UN nur einen Erkrankungsfall - ein Helfer sagte hingegen, dass bereits mehrere Menschen an der Infektionskrankheit gestorben seien. Im Nordwesten des Landes litten bereits mindestens 36 000 Menschen an Durchfall, einem möglichen Symptom für Cholera.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) blicke "mit großer Sorge und Anteilnahme" nach Pakistan, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert gestern. Vorwürfe, die finanzielle Unterstützung komme nicht bei den Hilfsorganisationen an, wies die Bundesregierung zurück.

Große Organisationen wie das Rote Kreuz hätten bereits Geld erhalten. Bei kleineren würden die Projekte allerdings zunächst geprüft.

Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, rief nachdrücklich zu Spenden für die Flutopfer auf. Nach ihren Worten steige das Spendenaufkommen in Deutschland inzwischen langsam.

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