Die Zehnjährige wurde jetzt vor Rügen gefunden. Bewohner der Nachbarinsel Hiddensee befürchten derweil auch einen Küsten-Abbruch.

Gut zu erkennen ist der Höhenunterschied, den die Spalte im Boden auf Hiddensee verursacht.
Gut zu erkennen ist der Höhenunterschied, den die Spalte im Boden auf Hiddensee verursacht.

Gut zu erkennen ist der Höhenunterschied, den die Spalte im Boden auf Hiddensee verursacht.

dpa

Gut zu erkennen ist der Höhenunterschied, den die Spalte im Boden auf Hiddensee verursacht.

Sassnitz/Hiddensee. Gut einen Monat nach dem Felssturz am Kap Arkona scheint das Schicksal der kleinen Katharina geklärt. Nahe der Unglücksstelle auf Rügen fanden Mitarbeiter des Fördervereins Arkona bei einem Kontrollgang gestern eine Mädchenleiche: „Das ist Katharina“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Putgarten, Ernst Heinemann. Er sei beim Bergen des Leichnams dabei gewesen und habe die vermisste Zehnjährige erkannt, sagte Heinemann. „Wir sind erleichtert, dass wir der Mutter sagen können, wir haben sie gefunden.“

Die weiteren Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Stralsund übernommen. „Es spricht vieles dafür, dass es sich bei der Leiche um das zehnjährige Mädchen handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Lechte. Die Leiche werde nun rechtsmedizinisch untersucht. Dabei würden Gebiss, DNA und die Kleidungsstücke abgeglichen. Ergebnisse lägen frühestens heute vor. „Wir führen jetzt ein Todesermittlungsverfahren durch.“

Tonnen von Kreide und losem Geröll begruben die Zehnjährige unter sich

Das Mädchen aus Brandenburg war am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Spaziergang mit Mutter und Schwester ums Leben gekommen, als sich urplötzlich mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Geröll aus dem Steilküstenkliff über ihnen lösten und in die Tiefe stürzten. Die Mutter und die ältere Schwester wurden verletzt, Katharina blieb trotz intensiver Suche verschwunden.

Der Riss auf Hiddensee wird jeden Tag um ein paar Millimeter größer

Bröckelnde Küstenabschnitte beschäftigen derweil auch die Menschen auf der Ostseeinsel Hiddensee. Ein kilometerlanger Riss beunruhigt Touristen und Behörden. Spalten bis zu einem Meter Tiefe ziehen sich durch den Erdboden des Küstenwaldes, über den Hochuferweg und lassen Grasnarben aufplatzen. Der Riss an der Steilküste öffne sich jeden Tag ein paar Millimeter mehr, sagte Frank Martitz vom Nationalparkamt.

Neu ist das alles allerdings nicht. „Was wir jetzt erleben, ist die Fortsetzung der Leuchtturm-Verwerfung zu Beginn des 20. Jahrhunderts“, sagt Geologe Ralf-Otto Niedermeyer. Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung des Leuchtturms im Jahr 1888 klagten Wärter über Zugluft durch tiefen Risse im Mauerwerk.

In dem nun für Aufsehen sorgenden Kliff ziehen sich auf einer Länge von 1200 Metern Brüche, wie die Geologen wissen. Hintergrund: Der Ton, der die verschiedenen Schollen verbindet, wird schmierig, wenn es nass wird. Durch den Regen der vergangenen Monate könnten die Massen deshalb jetzt in Bewegung geraten.

Der Bereich um die Steilküste ist seit einer Woche gesperrt. Nach Katharinas Tod auf der Nachbarinsel Rügen will die Gemeinde Hiddensee auf Nummer Sicher gehen. Ob sich die Küste in Bewegung setzt, können die Geologen nicht genau sagen.

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