Umgestürzte Bäumen blockieren die Bundesstraße 224 in Bottrop. Foto: Marius Becker
Umgestürzte Bäumen blockieren die Bundesstraße 224 in Bottrop. Foto: Marius Becker

Umgestürzte Bäumen blockieren die Bundesstraße 224 in Bottrop. Foto: Marius Becker

Die Feuerwehr sichert in Würselen bei Aachen einen Lastwagen, der vom Orkan von der Straße geweht wurde. Foto: Ralf Roeger

Der Fahrer dieses Wagens wurde auf der B 294 bei Haslach im Schwarzwald schwer verletzt. Foto: Kamera24.TV

Die stürmische Nordsee überflutet den Fähranleger bei Dagebüll. Foto: Daniel Friederichs

Feuerwehrleute zerlegen in Bremen einen entwurzelten Baum. Foto: Ingo Wagner

Ein Mann geht an der stürmischen Nordseeküste in St. Peter-Ording spazieren. Foto: Wolfgang Runge

dpa, Bild 1 von 6

Umgestürzte Bäumen blockieren die Bundesstraße 224 in Bottrop. Foto: Marius Becker

Offenbach (dpa) - Mit «Andrea» naht in Deutschland der nächste Orkan. Er soll noch stärker sein als «Ulli» und neben heftigen Sturmböen auch viel Regen mitbringen. In Köln bereitet man sich schon auf Hochwasser vor.

Nach «Ulli» tost mit «Andrea» der nächste Orkan auf Deutschland zu. Von der Nordsee bis zu den Alpen werde am Donnerstag schwerer Sturm brausen, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Dazu gibt es in den Mittelgebirgen Dauerregen und Neuschnee, der vom Sturm verweht wird. Köln rüstet sich bereits für das erste Hochwasser des Jahres.

«Andrea» sei stärker als «Ulli», der bis Mittwoch tobte zahlreiche Polizeieinsätze nötig machte. Glücklicherweise blieb es aber meist bei kleineren Schäden durch umgestürzte Bäume oder herabfallende Dachziegel. Verletzte gab es kaum. Am stärksten betroffen war der Norden Deutschlands.

Der neue Orkan «Andrea» werde allerdings etwas schwächer ausfallen als «Kyrill», der im Januar 2007 in Europa schwere Schäden angerichtet hatte. Dennoch sollten die Menschen möglichst zu Hause bleiben: «Man sollte seinen Hund nicht gerade im Wald ausführen», sagte Ruppert.

Am Mittwochabend wurden die ersten Böen an der Nordsee erwartet. Für den gesamten Westen Deutschlands galten bereits Vorwarnungen des DWD. «Andrea» bringe auch im Flachland Böen der Stärke 11, also Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 Kilometern in der Stunde, sagte Ruppert. Auf den Bergen werde es sogar Orkanböen der Stärke 12 geben. Vermutlich seien die Nordseeküste und der Südwesten Schwerpunkte des Sturms. Die heftigsten Böen erwartet Ruppert auf den Schwarzwaldgipfeln.

Köln bereitet sich bereits auf das erste Hochwasser des Jahres vor. Wegen des erwarteten kräftigen Regens werde der Pegelstand des Rheins weiter steigen, sagte der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt. Von Donnerstag an werde es deshalb wohl erste Einschränkungen für die Schifffahrt geben. Mobile Schutzwände stünden bereit und könnten schnell aufgebaut werden. An der Ruhr und den Zuflüssen ist das Hochwasser bereits an einigen Stellen über die Ufer getreten.

Auch an der Nordseeküste könnte es am Donnerstag ungemütlich werden. Nach Angaben des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) in Hamburg ist an der Küste sowie im Elbe und Weser-Ems-Raum eine Sturmflut möglich.

«Andrea» könnte vielen Skigebieten in Deutschland den ersehnten Schnee bringen: In Lagen oberhalb von 800 Metern rechnet das IWK mit kräftigem Schneefall und Verwehungen. Vom Harz bis zum Schwarzwald war von der weißen Pracht bislang nur wenig zu sehen.

Erst am Donnerstagabend wird es nach Angaben des DWD wieder etwas ruhiger. Allerdings bleibe es auch am Wochenende bei stürmischem, regnerischem Wetter und meist bei Plusgraden. In der nächsten Woche sei bereits das nächste Sturmtief in Sicht.

Allgemein sind Stürme in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich: «Die milde Variante des mitteleuropäischen Winters ist immer mit Sturm verbunden», sagte Ruppert. Ruhiger sei es nur dann, wenn wochenlang Hochdruckgebiete und klirrende Kälte herrschen.

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