Münchner Klinikum
Im Münchner Klinikum rechts der Isar sollen einem Medienbericht zufolge auch Schwerstkranken Patienten Spenderorgane transplantiert worden sein. Foto: Lukas Barth/Archiv

Im Münchner Klinikum rechts der Isar sollen einem Medienbericht zufolge auch Schwerstkranken Patienten Spenderorgane transplantiert worden sein. Foto: Lukas Barth/Archiv

dpa

Im Münchner Klinikum rechts der Isar sollen einem Medienbericht zufolge auch Schwerstkranken Patienten Spenderorgane transplantiert worden sein. Foto: Lukas Barth/Archiv

München (dpa) - In der Organspenden-Affäre hat das Münchner Uniklinikum Rechts der Isar Versäumnisse eingeräumt. «Wir haben Fehler gemacht, das ist keine Frage», sagte der Leiter des Transplantationszentrums, Uwe Heemann, der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag).

Einzelne Patienten seien dadurch bevorzugt behandelt worden. «Diese Folge gab es, weil in Einzelfällen auf den Meldebögen zum Beispiel fälschlicherweise angekreuzt wurde, der Patient erhalte eine Dialyse. Dadurch hat er schneller eine Spenderleber erhalten.» Aus diesen Fehlern habe die Klinik aber gelernt und die Abläufe im Transplantationsprogramm verbessert.

Am Wochenende wurden zugleich neue Vorwürfe gegen das Klinikum bekannt, die Heemann aber umgehend zurückwies. Einem «Focus»-Bericht zufolge sollen dort Organe an Patienten vergeben worden, die zu krank für eine Transplantation gewesen seien. Es gehe bei den Fällen zunächst um falsche Laborwerte, aber auch um Patienten, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Tumorleiden keine Transplantation mehr hätten bekommen dürfen, sagte Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery dem Magazin.

Dem Bericht zufolge könnten in einigen Fällen Ärzte Daten leberkranker Patienten nicht nur manipuliert haben, um sie kränker erscheinen zu lassen, sondern auch, um sie scheinbar gesünder zu machen - mit dem Ziel, ein Organ übertragen zu dürfen. «Das sehen wir natürlich anders. So ist das nicht gewesen. Ich bin sehr überrascht über die Aussage von Herrn Montgomery», entgegnete Heemann auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Untersuchungen der Münchner Fälle seien noch nicht abgeschlossen, umso verwunderlicher seien die Vorwürfe.

Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Reiner Gradinger, hatte am Donnerstag Auffälligkeiten in einzelnen Fällen eingeräumt. Er berief sich dabei auf den Bericht einer internen Arbeitsgruppe, die 163 Lebertransplantationen untersucht hatte. Die Staatsanwaltschaft in München prüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt und schaltete einen Gutachter ein. Den von Ärztekammerpräsident Montgomery gezogenen Vergleich mit Fällen in Göttingen und Regensburg hatte die Behörde aber zurückgewiesen. Nach Einschätzung von Heemann gab es in dem Klinikum keine kriminelle Handlungen oder Manipulationen. Er zeigte sich überzeugt, dass auch die Prüfungskommission zu keinen anderen Ergebnissen kommen werde.

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