WestLotto klagt über staatliche Untätigkeit gegen die Anbieter.

Münster. Die Zahl der Menschen in NRW, die sich permanent im illegalen oder grauen Glücksspielmarkt bewegen, hat sich innerhalb von zwei Jahren auf 10 000 Personen nahezu verdoppelt. Das geht aus einer Feldstudie des Vereins „Arbeitskreis gegen Spielsucht“ hervor, den er im Auftrag von WestLotto am Freitag bei seiner Jahrespressekonferenz in Münster vorstellte.

Im Rahmen der Studie wurden 880 Spielstätten in 138 Städten in NRW untersucht. Darunter waren unter anderem Betriebe in Düsseldorf, Hilden, Krefeld, Mönchengladbach, Monheim, Neuss, Radevormwald, Remscheid, Wermelskirchen und Wuppertal.

„In keiner der geprüften Spielstätten wurde in NRW genehmigtes Glücksspiel angeboten“, so Studienleiter Jürgen Trümper. Auch habe es in keiner Spielstätte ein zweifelsfrei legales Sportwettangebot gegeben, dafür bei 21 Prozent weitere illegale Spielangebote. Die Kommunen hätten auf die Befunde unterschiedlich reagiert, so Trümper: „Die Gefährdungslage für Falschparker, ein Knöllchen an der Windschutzscheibe vorzufinden, scheint ungleich höher als die für Betriebe aufgrund ihrer rechtswidrigen Spielangebote zur Rechenschaft gezogen zu werden.“

Fünf Prozent Marktanteil sind noch bei Sportwetten

WestLotto kommt bei Sportwetten in Deutschland nur noch auf einen Marktanteil von vier bis fünf Prozent. Zu 95 Prozent werde der Markt von illegalen Anbietern beherrscht. WestLotto-Geschäftsführer Theo Goßner bezeichnete die illegalen Wetten als „das deutsche Desaster“. Die Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags sei in diesem Bereich völlig unzureichend, so Goßner: „Es gibt viele Gespräche, aber keine Umsetzung.“ tüc

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