Auf den Autobahnen an Rhein und Ruhr ist derzeit so viel los wie nie zuvor. Das hat mehrere Gründe.

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Morgendlicher Stau: Ursachen sind Überlastungen der Autobahnen – und die anziehende Konjunktur.

Morgendlicher Stau: Ursachen sind Überlastungen der Autobahnen – und die anziehende Konjunktur.

Arendt/Montage: Mohr

Morgendlicher Stau: Ursachen sind Überlastungen der Autobahnen – und die anziehende Konjunktur.

Düsseldorf. Stau-Land Nordrhein-Westfalen und der tägliche Verkehrs-Kollaps: Mehr als 100 Kilometer Stau auf den Autobahnen an Rhein und Ruhr sind in diesen Tagen die Regel. Allein in der vergangenen Woche gab es in NRW mit Gesamtlängen zwischen 150 und 314 Kilometern die umfangreichsten Verkehrsstaus seit Beginn der Zählungen vor zehn Jahren.

Autofahrer im Ruhrgebiet stecken 51 Stunden im Stau

Besonders viel Stillstand gibt es im Ruhrgebiet: Mehr als 51Stunden pro Jahr stehen die Autofahrer dort im Stau, hat das Institut Inrix errechnet, das die europäischen Ballungsgebiete auf ihre Verkehrsflüsse untersucht hat. Die Region liegt europaweit direkt hinter Paris und London auf Platz drei und innerhalb Deutschlands klar auf dem Spitzenplatz. Der Großraum Düsseldorf erreicht hier immerhin noch Platz acht.

ADAC: Straßen haben "Grenzen der Belastbarkeit" erreicht

Die Gründe für das extreme Verkehrsaufkommen im Ballungsraum Rhein-Ruhr sind vielschichtig: Im November seien besonders viele Autos auf den Straßen unterwegs, weil nur wenige Menschen Urlaub hätten, sagt Bernd Löchter, Sprecher von StraßenNRW. Hinzu kämen die 30Dauerbaustellen, die es derzeit im Land gibt. Der Automobilclub ADAC sieht die Ursachen für die immer häufigeren und immer längeren Staus auch in Versäumnissen der Politik. Die NRW-Straßen hätten "die Grenzen der Belastbarkeit" erreicht, sagt ein Sprecher. Zu spät sei mit dem Bau dritter Spuren begonnen worden.

Experte: Zahl der Erwerbstätigen korrespondiert mit Stau-Zahl

Verkehrsexperte Uwe Platzek, Leiter des WDR-Verkehrsstudios in Dortmund, hat eine Erklärung, die durch langjährige Aufzeichnungen untermauert wird: "Je besser die Konjunktur läuft, desto mehr Staus gibt es." Bei steigender Arbeitslosigkeit und wachsender Kurzarbeit seien sehr viel weniger Autos unterwegs. Hauptursache für Staus seien aber nach wie vor die vielen Baustellen: "Wo gebaut wird, knubbelt es sich."

Mit dem Internet-Informationssystem "autobahn.NRW" bietet das Land einen praktischen Service, der sogar über eine Vorhersage-Funktion über 30 bis 60 Minuten verfügt.

Neben dem Autoradio, in dem der WDR, aber auch private Sender, Stauwarnungen geben, gibt es auch Warnungen direkt aufs (internetfähige) Mobiltelefon.

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