Am Montag wurde das Design des Rhein-Ruhr-Express vorgestellt. Doch in Betrieb geht der Zug erst in einigen Jahren.

Anthrazit, Weiß und Orange dominieren den RRX. 30.000 Fahrgäste könnten mit ihm vom Auto auf die Bahn umsteigen.
Anthrazit, Weiß und Orange dominieren den RRX. 30.000 Fahrgäste könnten mit ihm vom Auto auf die Bahn umsteigen.

Anthrazit, Weiß und Orange dominieren den RRX. 30.000 Fahrgäste könnten mit ihm vom Auto auf die Bahn umsteigen.

RRX

Anthrazit, Weiß und Orange dominieren den RRX. 30.000 Fahrgäste könnten mit ihm vom Auto auf die Bahn umsteigen.

Düsseldorf. Flink und schick soll er werden: der Rhein-Ruhr-Express, kurz RRX. Den Beweis dafür, dass das ambitionierte Schienen-Projekt auf einem guten Weg ist, wollte NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) am Montag persönlich antreten.

Wann die schnelle Bahnverbindung zwischen dem Rheinland und dem Ruhrgebiet aber tatsächlich an den Start geht, konnte er nicht sagen. Stattdessen wurde bei einer Sonderfahrt von Köln nach Dortmund das Design der neuen Bahn vorgestellt. Allerdings nur das der Außenhülle. An der Innengestaltung wird noch gearbeitet.

Die Grundfarbe der Bahn ist Anthrazit. Für Kontrast sorgen quietsch-orangefarbene Türen und ein schneeweißes Zug-Cockpit. Ebenfalls in leuchtend-weiß: Deko-Punkte, die die Rhein-Ruhr-Städte abbilden und sich zum Logo "RRX" vereinigen. Die moderne Optik wurde von der Werbeagentur "Butter" entworfen und bereits mit dem Designerpreis "Red Dot Award 2009" ausgezeichnet.

Sechs Linien zwischen Rheinland und Ruhrgebiet - ohne Ticketaufpreis

Sechs RRX-Linien soll es künftig geben. Als Endpunkte sind Minden, Münster, Emmerich, Aachen, Koblenz und Köln/Bonn Flughafen vorgesehen. Wenn der RRX "auf der Schiene ist, können über 30.000 Personenfahrten pro Werktag vom Auto auf den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr verlagert werden", sagt Minister Lienenkämper.

Auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund wird alle 15 Minuten ein RRX fahren - ohne Aufpreis zu den üblichen Tarifen in NRW. Besonders Pendler dürften sich auf die Entlastung der bisherigen meist sehr vollen Regionalzüge freuen. Immerhin sind rund 500 Millionen Menschen pro Jahr im Streckennetz zwischen den NRW-Metropolen unterwegs.

Sechs Linien, die im Stundentakt verkehren, sollen bis 2020 das Rheinland mit dem Ruhrgebiet verbinden. Zwischen Dortmund und Köln sollen vier Linien sogar alle 15 Minuten fahren. Der Zug erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde.

Ein ähnliches Projekt zwischen Düsseldorf und Dortmund sollte bereits 2006 verwirklicht werden. Damals war die Magnetschwebebahn Metrorapid, der kleine Bruder des Transrapids, geplant. Die Strecke von rund 80 Kilometern sollte in 37 Minuten zurückgelegt werden. Im Juni 2003 wurde das Projekt aus Finanzierungsgründen aufgegeben. Es sollte mehr als drei Milliarden Euro kosten - allein für die Planungen wurden 54 Millionen Euro verschlungen.

Bis es soweit ist, werden aber noch einige Jahre vergehen. Denn vorher muss das Streckennetz erst einmal um- und ausgebaut werden. Außerdem werden Lärmschutz verbessert und Bahnhöfe modernisiert. Erst 2011 soll die Planfeststellung für die einzelnen Bauabschnitte beginnen.

"Für NRW ist es vordringlich, den mit dem RRX verbundenen Infrastrukturausbau so schnell wie möglich zu realisieren", betonte Lienenkämper. Bis 2020 könnte es aber dauern. Das Projekt wird mehr als 1,5 MilliardenEuro kosten und im Wesentlichen aus Mitteln des Bundes finanziert.

Die Bahn, die am Montag als Vorführmodell fungierte, wird schon ab Mitte Dezember im Einsatz sein. Sie wird mit der schicken Außenhülle und dem alten Innern auf den Linien RE3 (Düsseldorf-Oberhausen-Hamm) und RE13 (Venlo-Mönchengladbach-Hamm) unterwegs sein.

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