Umherfliegende Fahrzeuge und gesperrte Parks: Schon am Freitag wirbelten kräftige Böen durch Nordrhein-Westfalen. Der Höhepunkt des Sturms wird am Samstag erwartet. Bis dahin gilt Vorsicht.

Wetter in NRW
Heizpilze wurden in einem Strassencafe in Düsseldorf als Vorsichtsmaßnahme vor dem Sturm zur Seite gekippt.

Heizpilze wurden in einem Strassencafe in Düsseldorf als Vorsichtsmaßnahme vor dem Sturm zur Seite gekippt.

Martin Gerten

Heizpilze wurden in einem Strassencafe in Düsseldorf als Vorsichtsmaßnahme vor dem Sturm zur Seite gekippt.

Münster/Düsseldorf/Essen (dpa). Nordrhein-Westfalen wappnet sich für ein Sturmwochenende. In Köln wurde am Freitag die Domplatte abgeriegelt, um Passanten vor möglicherweise herabfallenden Steinen zu schützen. In Düsseldorf ordnete das Gartenamt vorsorglich die Schließung der Friedhöfe und eines Wildparks an. Für Samstag wurden die Wochenmärkte in der Stadt abgesagt. Auch andernorts warnten die Behörden vor dem Betreten von Grünanlagen, Parks und Wäldern. Äste könnten herabfallen und Bäume umstürzen.

In Berglagen könnte der Sturm mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde über die Höhen peitschen, sagte Ines Wiegand vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Schon am Freitag schüttelte der Sturm insbesondere das Münsterland, Ostwestfalen-Lippe sowie die Höhenlagen von Eifel und Sauerland durch. Voll aufdrehen werde das Sturmtief am Samstagnachmittag, sagte die Meteorologin. Bis dahin ziehe eine Warmfront von Westen durch, die auch viel Regen bringe - im östlichen Westfalen stellenweise bis zu 25 Liter pro Quadratmetern binnen zwölf Stunden.

Bereits am Freitag meldete die Polizei mehrere Unfälle, die auf das Konto des Sturms gingen: Eine kräftige Windböe pustete bei Nörvenich im Kreis Düren ein nicht gesichertes Sofa von einem Anhänger. Ein entgegenkommender Autofahrer konnte nicht ausweichen und prallte mit dem Möbelstück zusammen. Er und seine Beifahrerin verletzten sich leicht. Im Duisburger Hafen sorgte heftiger Wind für zwei beschädigte Polizeiboote. Eine Böe hatte ein Containerschiff in Richtung Bootsanleger der Wasserschutzpolizei gedrückt. Beim Gegenlenken löste das Containerboot so starke Wellen aus, dass zwei Polizeiboote gegen den Anleger geschleudert wurden.

In Euskirchen geriet eine Autofahrerin in eine Windböe. Ihr außer Kontrolle geratenes Auto überschlug sich und landete kopfüber auf dem Feld. Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht. Auch bei Lichtenau im Kreis Paderborn kippte ein Lkw um, als kräftiger Wind den leeren Anhänger erfasste. Der schwer verletzte Fahrer musste von der Polizei aus dem Führerhaus befreit werden. Die Straße wurde vorsichtshalber bis zum Abflauen des Sturms gesperrt.

Der Landesbetrieb Wald und Holz warnte landesweit vor dem Betreten der Wälder. Gerade in den im vergangenen Jahr an Pfingsten durch das Unwetter «Ela» betroffenen Waldgebieten sei die Gefahr von herabstürzenden Ästen und Bäumen zum Teil noch erhöht. Bei und nach einem Sturm sei der Wald grundsätzlich zu meiden, betonte Wald-und-Holz-Sprecher Michael Blaschke: «Ein Wald ist keine Shopping-Mall. Da kann jederzeit ein Ast abbrechen oder ein Baum umkippen.»

Der viele Regen der vergangenen Tage lasse derzeit auch das Wasser im Rhein wieder steigen. Am Wochenende dürfte der Pegel bei Düsseldorf die Fünf-Metermarke überschreiten, teilte die Stadt mit. Besondere Schutzmaßnahmen seien allerdings bislang nicht erforderlich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer