Der Winter hat ganz Nordrhein-Westfalen fest im Griff. Die Autofahrer kämpften seit dem frühen Montagmorgen mit einer dichten Schneedecke und Eisglätte in weiten Teilen des Landes.

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Autos stauen sich am Montag auf der A40 bei Dortmund. Starker Schneefall führte in vielen Landesteilen zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

Autos stauen sich am Montag auf der A40 bei Dortmund. Starker Schneefall führte in vielen Landesteilen zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

dpa

Autos stauen sich am Montag auf der A40 bei Dortmund. Starker Schneefall führte in vielen Landesteilen zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

Düsseldorf. Der Winter hat ganz Nordrhein-Westfalen fest im Griff. In großen Teilen des Landes fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 15 Zentimeter Neuschnee. Soviel Schnee fällt nur alle zehn Jahre, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Und auf den Schnee folgt schon in der Nacht auf Dienstag strenger Frost, warnt der DWD. Die Temperaturen fallen auf -10 bis -15 Grad. Auch am Tag bleiben die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Schnee- und Eisglätte sind also auch in den kommenden Tagen ein Thema.

Mit der weißen Pracht und Eisglätte hatten bereits am frühen Montagmorgen vor allem die Autofahrer zu kämpfen. Mehrere hundert Unfälle ereigneten sich landesweit. Dabei blieb es meist bei Blechschäden. Nur wenige Menschen wurden verletzt. Auf den Autobahnen und Bundesstraßen staute sich der Verkehr zeitweise auf insgesamt 220 Kilometer Länge. "Es hätte schlimmer kommen können", sagte ein Sprecher der Polizei-Landesleitstelle in Neuss.

Viele Unfälle mit Verletzten in der Region

Die Polizei in Wuppertal wurde bis 10 Uhr zu zehn Karambolagen gerufen. Leicht verletzt wurde dort nur der Fahrer eines Klein-LKW, der auf der schneeglatten Deweerthstraße in Elberfeld ein talwärts gegen ein geparktes Fahrzeug rutschte und im Anschluss vor einer Hauswand zum Stehen kam.

Acht Unfälle mit Blechschäden registrierte die Polizei Krefeld am Montagmorgen, verletzt wurde dabei niemand. Kleinere Störungen hatte es in den frühen Morgenstunden gegeben, als sich an den Zufahrten zur A 57 Lkw quergestellt hatten.

Im Kreis Mettmann wurden bis 9 Uhr insgesamt 21 Unfälle registriert. Im Kreis Viersen kam es zu insgesamt sieben witterungsbedingten Unfällen. Dabei gabe es mehrere Verletzte. Unter anderem geriet bei Elmpt ein Linienbus auf eisglatter Fahrbahn in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem Sattelschlepper.

Zwischen Mitternacht und 9 Uhr krachte es im Regierungsbezirk Düsseldorf 60 Mal. In 51 Fällen musste die Polizei Gefahrenstellen absichern. Innerhalb der Stadt seien aber nur wenige Unfälle gemeldet worden, einige quer stehende Wagen behinderten aber den Verkehr. Auf den Autobahnen blieb es bei Blechschäden. In Burscheid gab es bis 10 Uhr zwei Unfälle.

In Mönchengladbach ereigneten sich bis 11 Uhr 24 Verkehrsunfälle. Nur bei zweien davon wurden Personen verletzt. Elf mal musste die Polizei helfen, als sich Fahrzeuge quer gestellt oder an Steigungen festgefahren hatten wie etwa ein Lkw, der an der Steigung Reststrauch / Wickrather Straße nicht weiter kam. Der Busverkehr musset umegleitet werden.

In Sprockhövel wurde eine Frau schwer verletzt, als ein Pkw-Fahrer einem Radfahrer ausweichen musste und infolge der Straßenglätte unkontrolliert in eine Bsuhaltestelle rutschte.

Die Autofahrer im Ruhrgebiet und im Sauerland meisterten die dicke Schneedecke im Berufsverkehr gut. Nach Angaben der Polizei gab es nicht mehr Blechschäden als sonst auch. Im Ruhrgebiet waren über Nacht bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen:

"Die Autofahrer haben sich hervorragend an die Witterungsverhältnisse angepasst", lobte Martin Volkmer von der Kreispolizei Unna. Nach ersten Schätzungen war es im Ruhrgebiet am Morgen zu etwa 100 Blechschäden gekommen. Auch im Sauerland brachte der Schnee nur wenige Unfälle. Mehrere Lastwagen blieben aber an Steigungen liegen.

Die Polizei in Köln zählte in den Morgenstunden 53 Unfälle im Schneetreiben. Verletzt wurde niemand. "Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Leute sehr vorsichtig fahren", sagte eine Sprecherin.

Allerdings waren zwei Lastwagen, die mit Sommerreifen unterwegs waren, auf einer glatten Brücke hängengeblieben. Von Blechschäden und Behinderungen durch liegengebliebene Lastwagen berichteten auch die Behörden im Kreis Aachen und im Rheinisch- Bergischen Kreis.

Flughafen Düsseldorf gesperrt - in Köln/Bonn kaum Probleme

Auch der Flughafen Düsseldorf ist wegen der starken Schneefälle am Montagmorgen für den Flugverkehr gesperrt worden. Die Start- und Landebahnen, die Rollwege und das Vorfeld seien nicht zu benutzen, obwohl Enteisungsmittel eingesetzt wurden sagte Sprecher Christian Witt.

48 Flüge waren zwischen sechs und acht Uhr vom Kältechaos betroffen, zehn abgehende Flüge wurden gestrichen, weitere verschoben. Die ankommenden Maschinen flogen andere Flughäfen an, zwei davon Köln/Bonn, wo nach Angaben eines Sprechers die Bahnen frei seien.

Im Düsseldorfer Terminal selbst war ein Chaos ausgeblieben: Viele Passagiere waren auf dem Weg zum Flieger schon auf der Strecke geblieben. Am Vormittag konnte der Betrieb auf zwei Start- und Landebahnen wieder aufgenommen werden.

In Köln war es zwar auch zu Verspätungen gekommen, Passagiere mussten aber nicht länger als eine Stunde warten. Nur drei Verspätungen gab es am Flughafen Münster/Osnabrück.

Auf dem Flughafen Dortmund lief am Montagvormittag alles weitgehend planmäßig. Am Morgen war ein Flug von München nach Dortmund wegen der hohen Schneedecke auf der Landebahn gestrichen worden. Mehrere Flüge verspäteten sich nach Angaben eines Flughafensprechers um 20 bis 30 Minuten.

Bahnverkehr gestört - Verspätungen bis zu einer Stunde gemeldet

Auch der Bahnverkehr war von der schneereichen Witterung betroffen. Landesweit fuhren Züge und S-Bahnen mit Verspätung, einige Bahnen im Regionalverkehr fielen sogar ganz aus. Weichen waren eingeschneit oder festgefroren und mussten wieder in Gang gebracht werden. Gegen Mittag kam es nur noch vereinzelt zu Verspätungen, sagte ein Sprecher der Bahn.

Staus und viele Unfälle mit Lkw auf den Autobahnen

Auf den Autobahnen in NRW ereigneten sich mehrere Unfälle, bei denen Menschen leicht verletzt wurden. Meist waren es Lastwagen, die sich auf rutschigen Fahrbahnen quergestellt hatten.

Auf der A 3 bei Heumar blockierte ein Sattelzug drei der fünf Fahrspuren, nachdem er ins Schleudern geraten und umgestürzt war. Seit der Nacht war die Autobahn 43 bei Münster mehrere Stunden durch einen verunglückten Laster gesperrt. Menschen, die im Stau standen, erhielten Decken und heiße Getränke gegen die Kälte.

Tausende Autofahrer saßen stundenlang auf der Autobahn 2 fest. Die Strecke wurde in Richtung Dortmund voll gesperrt, weil Räum- und Streufahrzeuge wegen eines Staus bei Bad Eilsen in Niedersachsen nicht durchgekommen waren.

Tausende Hühner verendeten in der Nacht, nachdem ein Geflügel-Laster auf der A 44 bei Lichtenau (Kreis Paderborn) gegen die Schutzplanken geprallt und umgekippt war.

In Bielefeld fielen nahe des Teutoburger Waldes bis zu 30 Zentimeter Neuschnee, im Sauerland rund 15 Zentimeter. Die Auswirkungen auf den Straßenverkehr bezeichnete eine Sprecherin der Landesleitstelle am Morgen als "noch nicht dramatisch".

Auf der A1 zwischen Bergheim und Leverkusen staute sich der Verkehr auf 25 Kilometern Länge.

Insgesamt gab es aber in allen Regierungsbezirken zahlreiche Auffahrunfälle mit Blechschäden. Auf den Autobahnen in NRW gab es bis zum Vormittag 220 Kilometer Stau.

Kurioses am Rande

Einen Rekord im Festfahren stellte ein Lastwagenfahrer aus Frankreich auf: Bei Auffahren auf die A2, dem Wechsel auf die A43 und beim Abfahren fuhr er sich jeweils fest. Beim dritten Mal habe er laut Polizei vor Unmut "ins Lenkrad beißen wollen".

Kurios erschien der Polizei die Ausrede eines Autofahrers, der auf der A1 bei Münster gegen die Leitplanke geschleudert war und sich aus dem Staub machte: Als die Polizei den 57-Jährigen anhielt, gab der Fahrer an, er sei bei seiner Oma gegen eine Mauer gefahren. Erst später gab er den Unfall zu.

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