Mehr als sechs Jahre sind seit dem verheerenden Brand im Februar 2012 vergangen. Ein Täter konnte nie ermittelt werden.

Mehr als sechs Jahre sind seit dem verheerenden Brand im Februar 2012 vergangen. Ein Täter konnte nie ermittelt werden.
Ein paar Warnbaken stehen noch, aber nach sechs Jahren rollt der Verkehr jetzt wieder frei auf vier Spuren.

Ein paar Warnbaken stehen noch, aber nach sechs Jahren rollt der Verkehr jetzt wieder frei auf vier Spuren.

dpa

Ein paar Warnbaken stehen noch, aber nach sechs Jahren rollt der Verkehr jetzt wieder frei auf vier Spuren.

Dormagen. Mehr als sechs Jahre nach dem verheerenden Brand unter einer Brücke der Autobahn 57 bei Dormagen-Nievenheim wurde am Samstagmorgen der Brückenneubau für den Verkehr komplett freigegeben. Das teilte eine Sprecherin der Landesbehörde Straßen NRW mit. Die alte Autobahnbrücke war bei dem Feuer in der Nacht zum Valentinstag 2012 massiv beschädigt und später abgerissen worden. In rund drei Jahren Bauzeit entstand in zwei Abschnitten eine neue Brücke.

„Wir sind insgesamt über hundert Spuren nachgegangen, allerdings gab es keinen konkreten Tatverdacht.“

Matthias Ridder, Staatsanwalt

Während der Bauarbeiten konnten Autofahrer zwischen Neuss und Dormagen eine Behelfsbrücke befahren. Es kam jedoch trotzdem immer wieder zu Staus und Einschränkungen. Im Februar 2012 hatte die Autobahn nachts nach einer Brandstiftung unter der Brücke in einer schwarzen Qualmwand gestanden – mit fatalen Folgen. In der dadurch ausgelösten Massenkarambolage starb ein 29-jähriger Mann aus Jüchen, 16 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Die Brücke musste als Totalschaden abgerissen werden. Durch bis zu 1000 Grad Brandhitze hatte der Stahl im Beton seine Tragkraft verloren. Wochenlang staute sich der Verkehr wegen der anfangs voll gesperrten Autobahn auf den Umgehungsstraßen der Region. Die Behelfsbrücke nahm später den Verkehr auf. Rund zwölf Millionen Euro habe nun der Bau der neuen Brücke gekostet, heißt es bei Straßen NRW. Kampfmitteluntersuchungen hatten mehrmals zu Verzögerungen geführt. Die Brücke ist für den geplanten sechsspurigen Ausbau an dieser Stelle gerüstet. Sie wurde so breit gebaut, dass eine weitere Fahrspur markiert werden kann.

Wer den Brand verursacht hat, ist weiterhin unklar. Vermutet wurde, dass Jugendliche einen Stapel mit Kunststoffrohren unter der Brücke angezündet hatten. Experten stellten das Brandverhalten der Rohre nach, die Polizei lobte eine Belohnung aus und verteilte mehr als 500 Fahndungsplakate. Alles ohne Erfolg. Die Ermittlungskommission „A 57“ wurde vier Monate nach dem Brand wieder aufgelöst. „Wir sind insgesamt über hundert Spuren nachgegangen, allerdings gab es keinen konkreten Tatverdacht“, sagte der zuständige Staatsanwalt Matthias Ridder in der vergangenen Woche.

Als besonders heiße Spur galt zwischenzeitlich ein von Jugendlichen gestohlener Kleintransporter, der wenige Stunden vor dem Brand in unmittelbarer Nähe des Brandortes gefunden wurde. Es habe sich aber nicht erhärtet, dass einer der Diebe des Transporters auch der Brandstifter gewesen sei, sagte der Staatsanwalt. lnw/E.S.

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