Mit Fahrgemeinschaften wäre es schneller gegangen – doch die meisten fuhren solo.

Kampf um die Taxis am Düsseldorfer Hauptbahnhof.
Kampf um die Taxis am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Kampf um die Taxis am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Judith Michaelis und Sebastian Fink

Kampf um die Taxis am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Düsseldorf. So trüb wie das Wetter ist auch die Stimmung unter den Wartenden. Bei fünf Grad und Regen stehen sie in einer Schlange vor dem Taxistand auf dem Konrad-Adenauer-Platz, die bis zu den Toren des Düsseldorfer Hauptbahnhofs reicht.

Es geht nur langsam voran. Alle paar Minuten kommt ein Taxi angerauscht, lässt Fahrgäste aussteigen und nimmt die nächsten auf. Oft steigt nur ein Fahrgast ein. Das ärgert besonders die, die weiter hinten in der Reihe stehen.

"Die Leute organisieren sich schlecht, es gibt kaum Fahrgemeinschaften", sagt Beate Heilmann aus Geldern nach über einer halben Stunde Wartezeit sichtlich genervt. Prompt ruft eine Taxifahrerin laut in die Runde: "Will noch jemand nach Neuss?" Zwei Leute vom Ende der Schlange melden sich und hasten nach vorn.

Die Meisten wollen jedoch in die Innenstadt. Viele kommen von außerhalb, kennen sich nicht aus. "Seit langem komme ich das erste Mal mit dem Zug hierher und habe es schon bereut", schimpft Thomas Zimmerstädt aus Frankfurt. Für den Streik hat er kein Verständnis.

Die Streikenden ernten giftige Blicke aus der Taxi-Schlange

Vor dem Eingang des Bahnhofs steht eine kleine Gruppe Streikender. In scheinbar bester Stimmung warten sie auf ihren Marsch durch die Stadt. Aus der Taxi-Schlange ernten sie giftige Blicke, auch von Nergiz Tutrun.

Die Neusserin regt sich über die Rheinbahn auf. "Jeder sagt einem etwas anderes. Mal heißt es, ein Bus würde fahren, dann wieder, ich soll zu Fuß gehen. Jetzt warte ich lieber hier."

Dabei geben sich die zahlreichen Servicekräfte alle Mühe und geben Tipps, wann der nächste Bus fährt oder welcher Weg am schnellsten zu Fuß in die Stadt führt.

Simon Müller macht das Warten nichts aus: "Für den Streik habe ich viel Verständnis. In den 50ern haben wir auch gestreikt, sonst hätten wir heute Hungerlöhne. Außerdem fährt ja morgen alles wieder."

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