Die Hogesa-Demonstration in Köln im vergangenen Oktober lief völlig aus dem Ruder. Dutzende Polizisten wurden bei den Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsradikalen verletzt. Die strafrechtliche Aufarbeitung dauert an.

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Köln (dpa).  Gut acht Monate nach den schweren Hooligan-Krawallen in Köln warten noch mehr als 20 Angeklagte auf ihren Prozess. «Das sind vor allem die schwereren Fälle, die vor dem Schöffengericht verhandelt werden», sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft.

Mehrere Prozesse seien für August und September terminiert. Die Beschuldigten sollen bei der «Hogesa»-Demonstration Ende Oktober 2014 unter anderem wuchtige Gegenstände wie Schirmständer, Betonklötze oder Absperrgitter auf Polizisten geworfen haben. Bei der als Kundgebung gegen Salafisten angemeldeten Veranstaltung von rund 5000 Hooligans und Rechtsextremisten waren 49 Polizisten verletzt worden.

Bisher seien zehn Beteiligte von Strafrichtern zu Freiheits- oder Geldstrafen verurteilt worden - unter anderem wegen versuchter Körperverletzung oder Landfriedensbruchs. Sie hatten zum Beispiel einen Polizeibus umgeschmissen, Flaschen geworfen oder Beamte beleidigt. «Die meisten dieser Angeklagten waren geständig und vorher nicht polizeilich in Erscheinung getreten», sagte der Sprecher.

Insgesamt waren nach der Demonstration etwa 330 Strafanzeigen eingegangen. In 193 Fällen konnten die Täter bis heute nicht ermittelt werden. Gegen 140 Verdächtige leitete die Kölner Staatsanwaltschaft Strafverfahren ein. In 34 Fällen kam es zur Anklage, 32 Mal ergingen Strafbefehle. Die übrigen Verfahren wurden eingestellt oder an andere Behörden abgegeben. Gegen Polizeibeamte seien keine Anzeigen erstattet worden, sagte der Sprecher.

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