Erkelenzer Arzt mit mehr als einem Dutzend Schüssen regelrecht hingerichtet. Polizei sucht Zeugen.

Polizeiexperten untersuchten auch am Sonntagmittag nochmals den Tatort nach möglichen Spuren.
Polizeiexperten untersuchten auch am Sonntagmittag nochmals den Tatort nach möglichen Spuren.

Polizeiexperten untersuchten auch am Sonntagmittag nochmals den Tatort nach möglichen Spuren.

Heike Ahlen

Polizeiexperten untersuchten auch am Sonntagmittag nochmals den Tatort nach möglichen Spuren.

Erkelenz. Es war wie eine Hinrichtung: Von zahlreichen Schüssen getroffen, starb der in Erkelenz wohnende Arzt Udo S. (51) am Samstag auf einem Feldweg nahe dem 500-Seelen-Örtchen Immerath, unweit des Tagebaus Garz-weiler.

Am Nachmittag gegen 16.05 Uhr entdeckten Spaziergänger die fast völlig mit Schnee bedeckte Leiche. Sie alarmierten sofort Rettungsdienst und Polizei. Der Notarzt konnte dem Mann jedoch nicht mehr helfen, sondern nur noch dessen Tod feststellen.

Schüsse trafen das Opfer vor allem im Leistenbereich

Weder die ermittelnde Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft noch die Aachener Mordkommission wollten am Sonntag "aus ermittlungstaktischen Gründen" etwas über die genaue Zahl der abgegebenen Schüsse oder das bei der Tat verwendete Kaliber der Schusswaffe Auskunft geben.

Es seien aber "mehr als ein Dutzend" Schüsse gewesen, erfuhr unsere Zeitung aus Ermittlerkreisen. Feuerwehrleute, die am Abend für die Spurensuche am mutmaßlichen Tatort beim Ausleuchten halfen, sprachen sogar von "20 Schusswunden".

Die Leiche des Arztes, der offenbar allein lebte, wurde am Sonntag in der Düsseldorfer Gerichtsmedizin obduziert. Nach Informationen unserer Zeitung fanden sich Schussverletzungen am gesamten Körper des Toten, vor allem aber im Leistenbereich.

Pistolen mit dem Kaliber neun Millimeter haben in der Regel ein Magazin mit einem Inhalt von 15 Patronen. Dazu zählen unter anderem die aktuelle Polizeipistole Walther P99, die Beretta 92 und die Pistole P8 des Herstellers Heckler & Koch. Das Magazin der Pistole VSP von H&K fasst sogar 18 Schuss Neun-Millimeter-Munition.

Pistolenmagazine mit einem größeren Kaliber enthalten entsprechend weniger Patronen.

Wer diesen Mord verübt haben könnte und aus welchen Motiven - dazu gibt es offiziell noch keine heiße Spur. Die Ermittler schließen allerdings eine Eifersuchtstat nicht aus. Dafür spricht auch die Vielzahl der abgegeben Schüsse - möglicherweise wurde ein komplettes Pistolenmagazin auf das Opfer abgefeuert.

Die Polizei versucht nun zu klären, was Udo S. bei dem winterlichen Wetter auf dem einsamen Feldweg wollte. Blutspuren im Schnee weisen darauf hin, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort war. Zeugen, die am Samstag vor 16.05 Uhr auf dem Wirtschaftsweg parallel zur L19 dort Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich zu melden.

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