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Jörg Knappe

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Aachen (dpa). Ein 28-jähriger Gewalttäter, der gemeinsam mit zwei anderen einen Mann in Aachen zu Tode getreten haben soll, war während der Tat im Hafturlaub und stand kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Einen entsprechenden Bericht der «Aachener Zeitung» bestätigte die Justizvollzugsanstalt Aachen am Mittwoch.  Der 28-Jährige hätte in dieser Woche nach vier Jahren hinter Gittern aus dem Gefängnis entlassen werden sollen, sagte der stellvertretende JVA-Leiter Karl Schwers der dpa auf Anfrage.

Mitte Juli hatte der Verdächtige nach damaligen Angaben der Polizei gemeinsam mit zwei Begleitern in einem Mehrfamilienhaus einen 42-jährigen Mann so brutal zusammengeschlagen, dass dieser wenige Tage später starb. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.

Der Grund für die Tat war banal. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Robert Deller hatte sich der 42-Jährige gemeinsam mit einem 39 Jahre alten Mann wegen des Lärms beschweren wollen, der aus der Wohnung der späteren Täter drang. Dann kam es zu dem Gewaltausbruch. Der 42-Jährige sei totgetreten worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Ermittlungen.

Das Opfer habe schon bewusstlos am Boden gelegen, als die Täter immer wieder auf den Kopf eingetreten hätten. Das zweite Opfer wurde die Treppe hinuntergestoßen, jedoch nur leicht verletzt.

Der 28-Jährige war nach Angaben von Schwers wegen Gewalttaten im Gefängnis. Dort habe er am Anti-Gewalt-Training teilgenommen und sein Alkoholproblem bekämpft. In einem persönlichen Gespräch habe er vor kurzem noch gesagt, das alles habe ihm gut getan. Disziplinarisch sei er nie in Erscheinung getreten.

Es gebe aber auch ein Gutachten, das dem Mann  weiterhin Gefahrenpotenzial zuschreibe. In der Expertise heißt es, der Häftling habe leichte Fortschritte gemacht. Gutachterin und JVA-Leitung seien sich aber einig darin gewesen, die Entlassung des Mannes vorzubereiten. Nach Ausgängen unter Bewachung gab es schließlich auch Hafturlaube.

Die Tatnacht fiel in den dritten derartigen Urlaub. Sowohl bei ihm als auch bei denen, die jahrelang mit dem Mann gearbeitet hätten, herrsche große Betroffenheit, sagte Schwers der Zeitung.

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