35-Jähriger in Düsseldorf gefasst – er soll in Syrien 36 Regierungsleute hingerichtet haben. Eine weitere Festnahme gab es im Bezirk Gießen.

Als Kämpfer in Syrien soll ein Mann ein Todesurteil an 36 Regierungsmitarbeitern vollstreckt haben - jetzt ist er in Düsseldorf gefasst worden. Polizisten nahmen den 35-Jährigen am Mittwochabend im Auftrag der Bundesanwaltschaft fest, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte.
Als Kämpfer in Syrien soll ein Mann ein Todesurteil an 36 Regierungsmitarbeitern vollstreckt haben - jetzt ist er in Düsseldorf gefasst worden. Polizisten nahmen den 35-Jährigen am Mittwochabend im Auftrag der Bundesanwaltschaft fest, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte.

Als Kämpfer in Syrien soll ein Mann ein Todesurteil an 36 Regierungsmitarbeitern vollstreckt haben - jetzt ist er in Düsseldorf gefasst worden. Polizisten nahmen den 35-Jährigen am Mittwochabend im Auftrag der Bundesanwaltschaft fest, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte.

Uwe Anspach

Als Kämpfer in Syrien soll ein Mann ein Todesurteil an 36 Regierungsmitarbeitern vollstreckt haben - jetzt ist er in Düsseldorf gefasst worden. Polizisten nahmen den 35-Jährigen am Mittwochabend im Auftrag der Bundesanwaltschaft fest, wie die Behörde am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte.

Düsseldorf/Karlsruhe. Als Kämpfer einer Terrormiliz soll er in Syrien 36 Regierungsmitarbeiter nach einem Scharia-Urteil hingerichtet haben – jetzt wurde ein 35-jähriger Mann in Düsseldorf festgenommen. Ein weiterer verdächtiger Syrer (26) wurde im Auftrag der Bundesanwaltschaft Donnerstagmorgen im Regierungsbezirk Gießen gefasst.

Mitten im Düsseldorfer Hauptbahnhof klickten am Mittwochabend die Handschellen. Abdalfatah H. A. lebte bereits seit Mitte April in der Landeshauptstadt, in einer Obdachlosenunterkunft. „Er hat die Gesprächsangebote dort nicht wahrgenommen, lebte zurückgezogen“, sagt Stadtsprecher Michael Bergmann. „Sonst ist er aber nicht aufgefallen.“ Jetzt sitzt der 35-Jährige in Untersuchungshaft wegen schwerer Kriegsverbrechen, die er in seiner Heimat begangen haben soll.

Laut Generalbundesanwaltschaft ist er dringend verdächtig, sich 2013 als Mitglied an der Terrororganisation „Jabhat al-Nusra“ (zu deutsch auch „Al-Nusra-Front“) beteiligt zu haben, die Al-Kaida zugehörig war (mehr dazu im Info-Kasten) „Die Terrorgruppe Jabhat al-Nusra“. „Darüber hinaus wird ihm in dem Haftbefehl zur Last gelegt, aus niedrigen Beweggründen im Zusammenhang mit einem nichtinternationalen Konflikt nach dem humanitären Völkerrecht zu schützende Personen getötet und dadurch in 36 tateinheitlichen Fällen ein Kriegsverbrechen sowie einen Mord begangen zu haben“, heißt es in der Mitteilung aus Karlsruhe. Wann er nach Deutschland gekommen war, dazu gab es zunächst keine Informationen. Nach Recherchen unserer Zeitung war er aus Ostdeutschland nach Düsseldorf gekommen, hatte nach abgeschlossenem Asylverfahren bereits einen Aufenthaltstitel.

Verbindung zur Zelle, die Anschlag in der Altstadt geplant haben soll

Der 35-Jährige soll in Syrien einer Kampfeinheit der „Jabhat al-Nusra“ angehört haben, die von dem zweiten Festgenommenen, Abdulrahman A. A., gegründet worden war. Die Vorwürfe der Generalbundesanwaltschaft beziehen sich auch auf Kampfhandlungen mit Kalaschnikows gegen syrische Militärverbände, darunter im November 2013 die Einnahme eines großen Waffendepots in Mahin. Der 26-jährige A. A. soll die Gelder und Fahrzeuge der Einheit verwaltet haben.

Und es gibt einen weiteren Bezug nach Düsseldorf: Mitbegründer dieser Truppe soll, so heißt es aus Karlsruhe, auch Abd Arahman A. K. gewesen sein. Der 31-Jährige sitzt bereits seit dem vergangenen Sommer hinter Gittern, weil er mit drei weiteren Männern als Zelle des IS einen Anschlag in der Altstadt der Landeshauptstadt geplant haben soll. Der Bundesgerichtshof hatte im Januar die U-Haft für die vier Verdächtigen verlängert. Dabei war auch bekanntgeworden, wie konkret der Terrorplan offensichtlich schon gediehen war. Im Beschluss des Gerichts hieß es, die Beteiligten hätten sich bereits auf einen belebten Freitag oder Samstag festgelegt.

Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in parallel verlaufenden Straßen in die Luft sprengen, mit Kalaschnikows bewaffnete Terroristen an den Ausgängen der Altstadt dann auf die flüchtenden Menschen schießen sollen. Die Behörden waren den Verdächtigen auf die Spur gekommen, weil sich einer von ihnen – der 29 Jahre alte Saleh A. – im Februar 2016 der Polizei in Paris gestellt und offenbart hatte. Auf die Idee eines Anschlags auf der Düsseldorfer Feiermeile soll sie ein deutscher IS-Mann, der früher in der Stadt lebte, gebracht haben.

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