Paris (dpa). Nach Norwegen und Großbritannien haben Mediziner nun auch in Frankreich ein mutiertes Schweinegrippen-Virus nachgewiesen. Das mutierte Virus sei bei zwei Patienten nachgewiesen worden, die in Folge der Schweinegrippe gestorben seien, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag in Paris mit.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes werde dadurch nicht infrage gestellt. Die Auswirkung der Mutation auf den Krankheitsverlauf und die Ansteckungsgefahr müsse noch untersucht werden. In Frankreich ist die Zahl der Toten unterdessen auf 76 gestiegen, die Zahl der schweren Fälle auf 420.

Die gleiche Mutation sei zuvor in der Ukraine und mehreren lateinamerikanischen Ländern aufgetreten. Möglicherweise trage sie dazu bei, dass das veränderte Virus tiefer in die Atemwege gelange. Viren vermehren ihre Erbsubstanz mit Hilfe der Werkzeuge ihrer Wirtszelle. Dabei kommt es immer wieder zu kleinen Fehlern und Ungenauigkeiten. In der Folge ist die Erbsubstanz der nachfolgenden Viren verändert (mutiert).

Eine der schlimmsten Befürchtungen der Medizin ist es, dass auf diese Weise Erreger entstehen, die gegen die momentan wirksamen Medikamente unempfindlich sind. In Einzelfällen ist dies bereits auch geschehen.

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