Kaiserslautern. Mehr als 15 Jahre nach dem Sexualmord an einer 72-jährigen Rentnerin in den Niederlanden muss sich ein Mann vor dem Landgericht Kaiserslautern verantworten.

Er soll im Alter von 36 Jahren am 4. Dezember 1994 in Heerlen die Frau vergewaltigt, dann mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und schließlich erwürgt haben, wie Staatsanwältin Angelika Servo am Mittwoch sagte.

Der heute 51-Jährige schwieg zum Prozessauftakt zu den Vorwürfen. Ein Abgleich von DNA-Profilen hatte die Ermittler 2008 auf seine Spur gebracht. Am Tatort war Sperma mit der DNA des Mannes gefunden worden.

Der Angeklagte ist wegen Körperverletzungen und Diebstahls vorbestraft. Wichtigster Zeuge am ersten Tag war ein früherer Bekannter des Mannes, ein 38 Jahre alter Niederländer. Am Tatabend seien sie zusammen in einer Kneipe gewesen, auf dem Heimweg seien sie an einem abbruchreifen Haus vorbeigekommen, sagte der Zeuge aus.

Er habe im Flur eine Gestalt bemerkt, an der Stimme habe er erkannt, dass es eine Frau - das spätere Opfer - war. Der Angeklagte sei in das Haus gegangen, er selbst habe sich auf den Heimweg gemacht.

Der Niederländer sagte weiter vor Gericht, als er von dem Mord in der Zeitung las, habe er seinen Gast aus der Pfalz gefragt, ob er die Tat begangen habe. Dieser habe das abgestritten und erklärt, er habe die Rentnerin nur geschubst und sei dann weggegangen.

Damit war der Fall für den Niederländer nach eigener Aussage erledigt, die Polizei informierte er nicht. Der Prozess wird am 8. Februar fortgesetzt. 

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