Kairo. Ein ägyptischer Millionär ist am Donnerstag für den Mord an der libanesischen Pop-Sängerin Suzan Tamim zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in Kairo hielt den Unternehmer und Politiker für schuldig, den Mord an seiner Ex-Geliebten in Auftrag gegeben zu haben.

Der Großgrundbesitzer Hisham Talaat Mustafa galt bislang als enger Vertrauter von Ägyptens Präsident Husni Mubarak und von dessen Sohn. Die Sängerin Tamim war Ende Juli, mit mehreren Messerstichen getötet, in ihrer Wohnung in Dubai gefunden worden. Tamim war in der gesamten arabischen Welt ein beliebter Popstar.

Mustafa, der auch Mitglied des Schura-Rates, des Oberhauses des ägyptischen Parlaments, ist, war im September verhaftet worden. Er soll nun gehängt werden. Während des Verfahrens war die Immunität des einflussreichen Politikers aufgehoben worden. Das Gericht sprach ihn nun nach langer Verhandlung schuldig.

Er soll einen seiner Bodyguards mit dem Mord beauftragt und ihm dafür umgerechnet etwa 1,4 Millionen Euro gegeben haben. Auch dieser Mann, ein pensionierter Polizist, wurde zum Tode verurteilt. Die Talaat Mustafa Group (TMG) gehört zu den größten Konzernen Ägyptens. 23 Unternehmen beschäftigen mehr als 10 000 Mitarbeiter.

Nach dem Urteil kam es zu Tumulten im Gerichtssaal. Die Entscheidung ist noch nicht endgültig. Die Verurteilten können es anfechten. Zudem muss ein Mufti das Urteil noch absegnen. Während des Verfahrens waren unter anderem Überwachungsvideos aus dem Wohnhaus der Sängerin gesichtet worden, auf denen der Mörder Mohsen al-Sukkari zu sehen war.

Auch abgehörte Gespräche zwischen dem Millionär und dem Killer galten dem Gericht als Beweis. Die Berichterstattung über den Prozess war in den vergangenen Monaten in Ägypten verboten.

Die Sängerin Tamim hatte 1996 bei der libanesischen Casting-Show "Studio Al Fan" gewonnen und war im Anschluss ein großer Popstar in der arabischen Welt geworden. Über das Alter Tamims gab es immer unterschiedliche Angaben. Sie soll bei ihrem Tod 31 oder 33 Jahre alt gewesen sein.

Tamims Privatleben war kompliziert. Eine Ehe mit dem Produzenten Adel Matuk war zerrüttet, nachdem dieser von ihr verlangt hatte, ihre Karriere aufzugeben und sich nur noch in der Küche als Hausfrau zu betätigen. Obwohl Matuk im Libanon vor Gericht einen Beschluss erwirkte, nach dem Tamim als seine Ehefrau das Land nicht verlassen durfte, zog sie Ende 2007 nach Dubai.

Dort lebte sie in ihrem Luxus- Appartement am Jachthafen. Kurz vor ihrem Tod soll sie einen irakischen Kick-Boxer geheiratet haben. Vor Gericht hieß es nun, es sei die Eifersucht auf diesen Mann gewesen, die den Millionär Mustafa zu dem Auftragsmord verleitete.

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