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Der 17-jährige Marco im Gefängnis in Antalya (Archivfoto vom 25.06.2007: dpa)

Der 17-jährige Marco im Gefängnis in Antalya (Archivfoto vom 25.06.2007: dpa)

Der 17-jährige Marco im Gefängnis in Antalya (Archivfoto vom 25.06.2007: dpa)

Antalya. Marcos Verteidiger wollen am Mittwoch einen Freispruch für den Deutschen fordern, der in der Türkei wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs angeklagt ist. «Wir sind von seiner Unschuld überzeugt und wollen das bestmögliche Urteil», sagte Marcos türkischer Anwalt Ahmet Ersoy am Dienstag in Antalya, wo das Verfahren läuft.

Marco wird vorgeworfen, im Osterurlaub 2007 die damals 13-jährige Britin Charlotte sexuell missbraucht zu haben, was er bestreitet. Dem deutschen Schüler droht am Mittwoch eine Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs.

Der Staatsanwalt hatte Anfang Juni in seinem Plädoyer gesagt, er halte den 19-Jährigen in beiden Punkten für schuldig. Die Höchststrafe dafür liegt bei acht Jahren, ein konkretes Strafmaß formulierte der Ankläger in seinem Plädoyer aber nicht.

Der Anwalt des Mädchens Charlotte, Ömer Aycan, hatte zehn Jahre Haft gefordert. Er sagte am Dienstag, dass er nun mit einem Urteil in dem Verfahren rechne.

«Wir können nur hoffen, dass es Mittwoch endlich zu einem positiven und günstigen Urteil kommt», sagte Marcos deutscher Anwalt Jürgen Schmidt in Uelzen. Die Belastung für Marco und seine Familie sei hoch, die Nerven lägen blank. In ihrem Plädoyer würden die türkischen Verteidiger für Marco kämpfen.

Auch angesichts des entlastenden Abschlussberichts eines rechtsmedizinischen Instituts in Istanbul bleibt dem Rechtsanwalt schleierhaft, warum der türkische Staatsanwalt Marco für schuldig hält. «Das überrascht sehr», sagte Schmidt.

Marco spricht von einvernehmlichen Zärtlichkeiten nach einem Discobesuch. Zudem habe das Mädchen ihm gesagt, es sei 15 Jahre alt. Er war am 12. April 2007 in einem Urlaubshotel an der türkischen Riviera festgenommen worden. Marco saß 247 Tage in türkischer Untersuchungshaft.

Inzwischen absolviert er eine Ausbildung in seiner Heimat und muss zu den Prozessterminen nicht mehr in die Türkei reisen. Anfang Mai stellte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ihr Ermittlungsverfahren gegen Marco ein, weil sich der Verdacht nicht bestätigt habe.

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