Moskau. Bei einem Feuer in einem Altenheim in der russischen Provinz sind am Samstag nach vorläufigen Behördenangaben 23 Menschen ums Leben gekommen. Aus zunächst ungeklärter Ursache brannte das einstöckige Holzgebäude in der Teilrepublik Komi im Nordwesten des Landes vollständig aus, wie der Zivilschutz nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Präsident Dmitri Medwedew forderte eine lückenlose Aufklärung der Katastrophe. Auf dem Lande kommt es in Russland häufig zu verheerenden Bränden mit hohen Opferzahlen wegen fehlender oder veralteter Brandschutzvorrichtungen.

Über die Zahl der Opfer gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Zunächst war von mindestens 25 Toten sowie fast ebenso vielen Vermissten die Rede. Später bezifferten die Behörden die Zahl der Toten auf 23. Der Brand ereignete sich in einem Heim in einer abgelegenen Ortschaft etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Syktywkar entfernt. Der Feuerwehr gelang es über Stunden nicht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Beim letzten großen Brand in einem russischen Altersheim kamen Ende 2007 im Gebiet Tula südlich von Moskau 31 zumeist geistig behinderte Bewohner ums Leben. Im März 2007 starben 63 bettlägerige Bewohner in den Flammen ihres Heimes im südrussischen Gebiet Krasnodar. In vielen russischen Sozialeinrichtungen herrschen vor allem auf dem Lande erschreckende Zustände. Häufig werden elementare Sicherheitsregeln missachtet. Die Bewohner von Altenheimen, Internaten oder Anstalten für psychisch Kranke können im Notfall dem Feuer nicht entkommen, da die Fluchtwege versperrt sind. Wegen der niedrigen Löhne fehlt es vielerorts an qualifiziertem Personal. dpa

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