Ein Steg mit gelber Bank und gelbem Boot am großen Müllroser See im brandenburgischen Müllrose: Ein Bunter Farbtupfer bei trübem. Foto: Patrick Pleul
Ein Steg mit gelber Bank und gelbem Boot am großen Müllroser See im brandenburgischen Müllrose: Ein Bunter Farbtupfer bei trübem. Foto: Patrick Pleul

Ein Steg mit gelber Bank und gelbem Boot am großen Müllroser See im brandenburgischen Müllrose: Ein Bunter Farbtupfer bei trübem. Foto: Patrick Pleul

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Ein Steg mit gelber Bank und gelbem Boot am großen Müllroser See im brandenburgischen Müllrose: Ein Bunter Farbtupfer bei trübem. Foto: Patrick Pleul

Baden-Baden/Offenbach (dpa) - So warm war es selten zuvor zu Beginn eines neuen Jahres: Mit 14,6 Grad war es am Neujahrstag in Baden-Baden am wärmsten, wie Christel Postuwka-Schluck vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Montag in Stuttgart mitteilte.

Milder war es demnach mit jeweils 15 Grad nur 2007 in Stuttgart und 1921 in München.

Zu den Hot Spots dieses Winters gehörte am Neujahrstag auch das nördliche Rheinland-Pfalz: In Andernach und Bad Neuenahr kletterten die Temperaturen auf jeweils 14,2 Grad. Das sei ein Neujahrs-Temperatur-Rekord für diese Region, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom DWD in Offenbach. Der bisherige Neujahrs-Höchstwert für Bad Neuenahr war 2007 mit 13,4 Grad registriert worden. Auch in Hamburg und Bremen gab es Höchstwerte bei gut elf Plus-Graden.

Die Winzer in Rheinland-Pfalz bangen nun um ihren Eiswein. Damit die besonders süße Spezialität entstehen kann, sind mindestens sieben Grad minus nötig. In den nächsten Wochen müssen die Temperaturen in diesen Bereich sinken, sonst fällt die Eiswein-Lese aus, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz der Nachrichtenagentur dpa. «Die Trauben werden zwar mit Folie geschützt, doch viel länger sind sie nicht haltbar.»

Das ungewöhnlich milde Wetter weckt die Natur aus der Winterpause. Als erstes werde in den nächsten Tagen im Rheingau die Haselblüte beginnen, zwei bis vier Wochen früher als sonst, sagte der DWD-Agrarmeteorologe Hans-Helmut Schmitt in Geisenheim/Rheingau. Auch andere Frühblüher regen sich: So schauen in vielen Gärten im Südwesten die ersten Schneeglöckchen und Gänseblümchen aus der Erde. Sollte es noch einmal kalt werden, sei das für die Natur kein Problem, sagte Denise Burgert vom Landesagrarministerium in Stuttgart. «Es braucht mehr als ein paar milde Tage, um die Pflanzen aus dem Winterschlaf-Modus zu wecken.»

Dank der milden Witterung bietet der Januar in Brandenburg zum Beispiel auch für Pilzsammler eine Rarität: Pfifferlinge. «An der einen oder anderen Stelle sind die Pilze zu finden», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Pilzsachverständigen Brandenburgs, Wolfgang Bivour, der dpa. Zuletzt hatte es Pfifferlinge zum Jahreswechsel 2006/2007 gegeben. Pfifferlinge im Januar seien schon etwas Besonderes. Normalerweise können zu dieser Jahreszeit - wenn es frostfrei ist - Austernseitlinge und Winterrüblinge gesammelt werden.

In den nächsten Tagen bleibt es mild und regnerisch, dazu zieht Sturm auf. Orkantief «Ulli» bringt ab Dienstag heftigen Wind, der sich im Flachland zu Sturmböen auswachsen kann, auf den Bergen gibt es Orkanböen. Die Temperaturen sinken zunächst nur wenig, frühestens am Wochenende werde es kälter, sagte Meteorologe Hartmann voraus.

Für heimische Insekten sind die hohen Temperaturen eher schlecht. Schädlinge, die als Eier, Larve oder fertiges Insekt den europäischen Winter überleben, vertragen feucht-mildes Wetter nicht. Sie sind an Frost gewöhnt, der sie gegen verschiedene Krankheitserreger schützt. «Feuchte Milde fördert Pilze», sagte Schmitt. Sie könnten die Insekten befallen und sie erheblich schwächen.

Auf den Feldern, wo im Herbst das Wintergetreide gesät wurde, tut sich derzeit noch nichts. Zum Wachsen brauchten die Pflanzen nicht nur Wärme, sondern auch Licht. Wenn es allerdings wochenlang mild ist und die Tage allmählich länger werden, setzt das Wachstum ein. Das kann gefährlich werden, denn «wenn es danach noch mal kalt wird, kriegen die Pflanzen richtig eins auf die Mütze», sagte Schmitt. Ganz generell sei krasser Wechsel zwischen mild und frostig schlecht für die heimische Natur, die im Winter an Frost gewöhnt ist.

Der Regen ist nach Angaben der Agrarmeteorologen sehr nötig, um die Trockenheit des vergangenen Jahres auszugleichen.

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