Um die Marktanteile seiner Suchmaschine „Bing“ zu erhöhen, will Microsoft für Nachrichten zahlen.

Düsseldorf. Software-Riese Microsoft und der australische Medien-Mogul Rupert Murdoch schmieden offenbar ein Bündnis gegen den Suchmaschinen-Giganten Google, berichtet die Zeitung "Financial Times". Kernpunkt: Die Nachrichten aus Murdochs weltweitem Medienkonzern NewsCorp, zu dem unter anderem das "Wallstreet Journal", die Londoner "Times" und das britische Boulevardblatt "Sun" gehören, sollen für die Internet-Suchmaschine Google gesperrt werden und nur noch in Microsofts Suchmaschine "Bing" zu finden sein. Im Gegenzug soll Microsoft für die Auflistung der Nachrichten Geld an Murdoch zahlen.

Während sich der US-Software-Konzern aus Redmond von dem Deal einen höheren Marktanteil (derzeit in den USA 9,9 Prozent gegenüber rund 65 Prozent von Google) für "Bing" verspricht, sieht sich Murdoch auf dem Weg, für die Nachrichten aus seinem Medienkonzern endlich auch in Internet Einnahmen erzielen zu können - wenn auch nur über den Umweg Microsoft.

Nicht nur der australische Medien-Mogul wettert seit langem gegen Google, das Informationen im Web kostenlos zugänglich macht, indem es diese automatisch von den Online-Angeboten der Verlage abgreift.

Der Murdoch-Microsoft-Deal, der sich allerdings noch in einem "sehr frühen Stadium" befindet, könnte auch ein Weg für europäische Verlage sein, im Internet neben klassischer Bannerwerbung künftig Geld verdienen könnten. "Eine Partnerschaft der Verlage mit Microsoft ist eine interessante Option", sagt beispielsweise Holger Kansky vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (bdzv), wobei auch er zunächst nicht mit hohen Einnahmen rechnet.

Das Bezahl-Modell wird allerdings nach Ansicht vieler Experten langfristig nur dann funktionieren, wenn Google durch das angestrebte neue Bündnis so stark unter Druck gerät, dass es ebenfalls für Internet-Inhalte zu zahlen bereit ist. Davon aber ist Google derzeit noch weit entfernt.

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