Ed Sheeran
Der Streit um das geplante Konzert des Musikers Ed Sheeran weitet sich zum lokalpolitischen Gerangel aus.

Der Streit um das geplante Konzert des Musikers Ed Sheeran weitet sich zum lokalpolitischen Gerangel aus.

Alexander Schulte

Ian West, Bild 1 von 2

Der Streit um das geplante Konzert des Musikers Ed Sheeran weitet sich zum lokalpolitischen Gerangel aus.

Fällt das Ed-Sheeran-Konzert tatsächlich aus, dann ist die Tour de France schuld. Was grotesk klingen mag, hat in Düsseldorf einen handfesten lokalpolitischen Hintergrund. SPD-OB Geisel hatte 2017 im Rat keine Mehrheit für die Finanzierung des Grand Départ. Schließlich sprang mit der CDU die Opposition ein. Doch das bereuten die Christdemokraten bald, als Geisel erhebliche Mehrkosten für die Stadt in einem Eilbeschluss am Rat vorbei durchpaukte.

Das fällt ihm jetzt bei Ed Sheeran, wo er wieder keine Mehrheit hat, vor die Füße. Noch einmal will die CDU nicht den Steigbügelhalter bei einem umstrittenen Großprojekt spielen. Das ist taktisch verständlich, lässt freilich „normale“ Beobachter eher den Kopf schütteln über derlei Ränkespiele. Zumal in der Sache im Grunde nichts dagegen spricht, auf den Messeparkplätzen eine große Open-Air-Fläche mit dem britischen Superstar neu zu etablieren. Gestört wird da niemand, die Sicherheit ist relativ leicht zu gewährleisten, Düsseldorf bekäme ein starkes Pfund im Wettbewerb um die Konzert-Blockbuster. Und nicht zuletzt bliebe 85 000 Sheeran-Fans eine herbe Enttäuschung erspart.

Dass freilich Düsseldorf bei einer Absage für solche Großveranstaltungen auf ewig „verbrannt“ sei, ist Unfug. Solche Drohkulissen sollen bloß Druck erzeugen. Bei selbstbewussten Kommunalpolitikern erreicht man damit gar nichts.

Alexander Schulte

Ein Kommentar von Alexander Schulte.

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