Der deutsche Vertreter, Gerd Adams, im Gespräch.

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China will weiter Tiger zu kommerziellen Zwecken züchten.

China will weiter Tiger zu kommerziellen Zwecken züchten.

dpa

China will weiter Tiger zu kommerziellen Zwecken züchten.

Berlin. Haie und Korallen, Eisbären und Elefanten stehen im Fokus der Artenschutzkonferenz, an der 175 Staaten vom 13. bis 25.März im Emirat Katar teilnehmen. Gerd Adams, Referent im Bundesumweltministerium, vertritt die Bundesrepublik, die sich besonders für bedrohte Haie einsetzen will.

Herr Adams, Deutschland möchte Dorn- und Heringshaie besser schützen lassen. Glauben Sie, dass dies durchkommt?

Adams: Der Dornhai war im Nordostatlantik am schlimmsten bedroht durch die europäische Fischerei. Vor den USA, Kanada und Australien gibt es ein recht ordentliches Management, von manchen anderen Gebieten aber ist wenig bekannt. Die meisten Mitgliedsländer richten sich in Fischereifragen nach der Welternährungsorganisation Fao, und die hat vor kurzem immerhin befürwortet, den Handel mit dem Heringshai zu beschränken. Zudem hat die EU eine Null-Fangquote für beide Haie vereinbart.

Tansania und Sambia wollen gelagertes Elfenbein verkaufen. Warum lehnt Deutschland den Verkauf ab?

Adams: Deutschland will auf keinen Fall einem Elfenbeinverkauf zustimmen, weil es einen enormen Anstieg der Wilderei gerade in Tansania gibt. Über Tansania wird auch viel Elfenbein illegal aus anderen afrikanischen Ländern gehandelt.

Wie sehen Sie die Aussichten für den EU-Antrag auf ein Zuchtverbot von Tigern für Tigerprodukte in China und ein absolutes Handelsverbot in dem Land?

Adams: China hat jetzt schon sehr deutlich erkennen lassen, dass es erhebliche Kritik an diesem Vorschlag hat. Die Chinesen sprechen von einem Angriff auf ihre Kultur. Da gibt es sehr barsche Reaktionen. Unsere Sorge ist, dass im Handel nicht unterschieden werden kann, ob Tigerknochen und andere Produkte von wilden oder gezüchteten Tieren stammen.

Warum möchten gerade die USA Eisbären besonders schützen?

Adams: Das ist sicher etwas widersprüchlich. Der Eisbär ist durch den Klimawandel gefährdet und gerade auf diesem Gebiet tun sich die USA nicht positiv hervor. Die USA haben dem Eisbären aber schon die höchste nationale Schutzkategorie eingeräumt und da liegt es auf einer Linie, ihn international schützen zu lassen. Auch Umweltorganisationen begrüßen den Antrag, da der Eisbär in Kanada, Grönland und Russland noch gejagt wird.

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