Autor Manuel Andrack macht auf seiner Raiffeisen-Tour Station in Düsseldorf und will mit seiner Aktion zeigen: NRW ist Genossenschaftsland.

Autor Manuel Andrack macht auf seiner Raiffeisen-Tour Station in Düsseldorf.
Auf Raiffeisen-Tour: Thomas Ullrich (l.) und Manuel Andrack vor dem Schlossturm in Düsseldorf.

Auf Raiffeisen-Tour: Thomas Ullrich (l.) und Manuel Andrack vor dem Schlossturm in Düsseldorf.

Deutsche Raiffeisen-Gesellschaft/Juliane Herrmann

Auf Raiffeisen-Tour: Thomas Ullrich (l.) und Manuel Andrack vor dem Schlossturm in Düsseldorf.

Düsseldorf. NRW ist Genossenschaftsland. Allein 2017 wurden hier 30 Neugründungen registriert; seit 2005 beläuft sich die Zahl der genossenschaftlichen Neugründungen im bevölkerungsreichsten Bundesland auf 393. „Genossenschaften sind keine verstaubte Idee“, sagt Manuel Andrack.

Der Journalist, Autor und Wanderer ist derzeit auf Raiffeisen-Tour quer durch Deutschland. Gestern machte er in Düsseldorf Station. Und traf dort auf Thomas Ullrich, den stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und Vorstandsmitglied der genossenschaftlichen DZ Bank.

Beide haben sich zum Ziel gesetzt, das Raiffeisen-Jahr zu nutzen, um 200 Jahre nach der Geburt des Sozialreformers auf die Vielfalt der Genossenschaften aufmerksam zu machen und für diese Organisationsform zu werben. Nicht nur die Finanzkrise 2008 hat der Genossenschaftsbewegung neuen Auftrieb verliehen, sondern auch die Unesco-Entscheidung von 2016, die Genossenschaftsidee in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufzunehmen.

Und das Prinzip, Menschen mit gemeinsamen Interessen zugleich zu Mitgliedern und Miteigentümern am Unternehmen zu machen, findet sich längst nicht nur in den klassischen Feldern Kreditwesen, Wohnungsbau, Energie und Landwirtschaft wieder. Andrack selbst hat auf seiner Tour inzwischen vier Genossenschaftsanteile erworben, darunter auch eine ehrenamtlich geführte kleine Brauereigenossenschaft in Oberhaching. Unter den Neugründungen der vergangenen Jahre in NRW finden sich sowohl eine Breitbandgenossenschaft in Hagen als auch die Bürgergenossenschaft „Unser Laden“ im Ochtruper Ortsteil Welbergen. Dort war ein Lebensmittelladen im Dorf ein lange gehegter Wunsch. Inzwischen hat das Geschäft mehrere tausend Artikel im Sortiment.

Nach einer Gesetzesänderung reichen schon drei Mitglieder, um eine Genossenschaft zu gründen. Ihr Ziel kann der Weiterbetrieb eines alten Kinos sein, der Aufbau von Carsharing-Strukturen oder die gemeinschaftliche Vermarktung regionaler Produkte. Im Kern, so Ulrich, gehe es um Lösungen gerade dort, wo der Staat und der Markt keine Angebote machen.

In Deutschland sind derzeit rund 22,6 Millionen Menschen Mitglied einer Genossenschaft, weltweit eine Milliarde. Ein Boomland ist dabei Indien. Dort hatten in der Landwirtschaft vor allem mafiös organisierte Zwischenhändler Gewinn gemacht. Inzwischen nehmen immer mehr Bauern Vermarktung und Verkauf in die eigenen Hände.

Das deckt sich mit einer Forsa-Umfrage vom Dezember 2017: Darin waren zwei Drittel der Befragten der Ansicht, Genossenschaften machten die Welt gerechter. Den Namen Raiffeisen kannten allerdings nur vier Prozent.

raiffeisen2018.de

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