Der Glückspilz hatte den Jackpot geknackt. Mit seinem Geld rettete er die Kollegen vor der Arbeitslosigkeit.

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Paris. Das moderne Märchen nimmt am 4. September vergangenen Jahres seinen Lauf. An diesem Tag knackt unser Held, dessen Name unbekannt ist, den französischen Lotto-Jackpot. Obwohl um sagenhafte zehn Millionen Euro reicher, ändert der Mann nur sehr wenig an seinem unauffälligen Lebensstil.

Selbst seiner Firma, einem kleinen Transportunternehmen in der Normandie, bleibt er treu. Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Der Glückspilz kauft Anfang Januar das Unternehmen auf.

Die Transportfirma mit einer Flotte von einem Dutzend Lkw war zuletzt bedenklich tief in die roten Zahlen gerutscht. „Sie stand kurz vor dem Bankrott“, sagte der Lottokönig der Zeitung „Le Parisien“.

Und so nimmt er beherzt einige hunderttausend Euro in die Hand, macht sich zum Geschäftsführenden Gesellschafter und bewahrt seine 14 Kollegen vor dem jähen Absturz in die Arbeitslosigkeit. Auch seinen Ex-Chef lässt er nicht fallen. „Er ist ein guter Kumpel, und ich hatte eben Mitleid mit ihm“, sagte er augenzwinkernd.

Trotz des Gewinns bleibt unser Held, ein sympathischer Mann Anfang 50, auf dem Teppich. Er sitzt zwar nicht mehr hinter dem Steuer, sondern meistens am Schreibtisch. Doch wenn Not am Mann ist, geht’s wieder raus auf die Straße. So wie er es die letzten 30 Jahre getan hat – übrigens stets in derselben Firma. „Das Fahren macht mir einfach Spaß.“

Und obwohl auf seinem Bankkonto nun ausreichend Kleingeld für einen Luxusurlaub ruht, ist der neue Chef im vergangenen halben Jahr kein einziges Mal verreist. Immerhin ist er inzwischen stolzer Besitzer eines Eigenheims.

Der Lottokönig, Sohn eines Arbeiters, hütet sich davor, mit dem Geld um sich zu werfen. „Wenn ich sehe, dass ich zu viel Geld verliere, höre ich sofort auf.“ Ein weiteres Indiz für seine Bodenständigkeit: Er spielt weiterhin jede Woche Lotto.

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