Statt mit überteuerten Blumen, besiegeln Paare ihre Liebe mit Edelstahl. Aber ist dieser Tag überhaupt nötig?

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Liebesschlösser an einer Brücke in Frankfurt.

Liebesschlösser an einer Brücke in Frankfurt.

dpa

Liebesschlösser an einer Brücke in Frankfurt.

Düsseldorf. Wer dieser Tage Blumen kaufen will, muss dafür tiefer in die Tasche greifen als sonst üblich. Eine einzige Rose haut kurz vor oder am heutigen Valentinstag schon mal mit fünf bis sechs Euro ins Kontor.

Wer das zu teuer (oder langweilig) findet, kann seine Liebe aber auch auf andere Art demonstrieren – mit einem Brauch aus Italiens Hauptstadt Rom, der auch in Deutschland immer mehr Freunde findet.

Nötig ist dafür nur ein handelsübliches Vorhängeschloss, eine Brücke über einen Fluss und eine Gravur. Letztere zeigt, mal mehr, mal weniger leserlich, die Namen der Verliebten. Das Schloss schnappt zu, der Schlüssel landet in den Fluten. Die Botschaft ist klar – für immer dein.

In Rom brach eine Laterne unter dem Gewicht der Schlösser zusammen

Populär wurde die Idee durch den Roman „Ich steh auf dich“ des italienischen Autors Federico Moccia. In Rom nahm der neue Brauch rasch gewaltige Ausmaße an – eine Laterne brach unter dem Gewicht der Schlösser gar zusammen.

Beliebtheit erfreuen sich die Schlösser in Köln, gar zur Touristenattraktion seien sie geworden, heißt es bei Köln Tourismus. 40 000 Schlösser – auf diese Zahl kommt allein die Hohenzollernbrücke über den Rhein. 2008 wurden dort die ersten entdeckt.

Mancherorts werden die stählernen Liebesschwüre ganz schnell entfernt

Mancher Stadtverwaltung sind die stählernen Liebesschwüre ein Dorn im Auge – zu gefährlich. „Wir entfernen die Schlösser, langfristig dulden wir sie nicht“, sagt Martin Stellmann vom Bremer Straßenverkehrsamt. Die Schlösser könnten Kindern beim Übersteigen der Geländer helfen, erklärt er.

Auch in Lüneburg sind die Liebesschlösser nicht gern gesehen: „Das ist eine nette Idee, aber die Brückengeländer sind historisch und müssen laufend restauriert werden“, erklärt eine Stadtsprecherin. „Deshalb werden wir die Schlösser wohl oder übel entfernen müssen.“

Darüber dürften sich Blumenhändler wieder freuen.

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