Berlin. Nach dem Briefbombenanschlag auf die Berliner Schülerin Charlyn soll der Onkel des Mädchens nach Forderung der Staatsanwaltschaft wegen Mordversuchs lebenslang in Haft.

Der 33 Jahre alte Angeklagte habe aus Hass auf Charlyns Eltern gehandelt, argumentierte der Ankläger am Montag vor dem Berliner Landgericht in seinem Plädoyer. Das Mädchen habe er nicht treffen wollen. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzten gesorgt.

Die Katastrophe nahm ihren Lauf, als die damals zwölf Jahre alte Charlyn Ende November 2008 einen Brief mit dem Aufkleber "Frohe Weihnachten" aus dem Briefkasten der elterlichen Wohnung zog. Ein Sprengsatz in dem Umschlag explodierte. Charlyn verletzte sich lebensgefährlich. Ihr zerfetzter Arm konnte gerettet werden.

Aus Sicht der Ermittlungsbehörde hatte der 33-Jährige seine Schwester und seinen Schwager fälschlicherweise für einen Einbruch in seine Wohnung an Weihnachten 2007 verantwortlich gemacht. Mit der Briefbombe habe er Selbstjustiz üben wollen. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Persönlichkeitsstörung des Angeklagten aus.

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