Mitglieder des Technischen Hilfswerks paddeln mit einem Schlauchboot durch die überflutete Altstadt von Wertheim (Foto vom 11.1.).
Mitglieder des Technischen Hilfswerks paddeln mit einem Schlauchboot durch die überflutete Altstadt von Wertheim (Foto vom 11.1.).

Mitglieder des Technischen Hilfswerks paddeln mit einem Schlauchboot durch die überflutete Altstadt von Wertheim (Foto vom 11.1.).

dpa

Mitglieder des Technischen Hilfswerks paddeln mit einem Schlauchboot durch die überflutete Altstadt von Wertheim (Foto vom 11.1.).

Wertheim/Frankfurt (Oder)/Frankfurt/Main (dpa) - Auf das schwerste Hochwasser seit Jahren bereiten sich die Menschen am Unterlauf des Mains vor. Alle Pegel im hessischen Flussabschnitt erreichten am Mittwoch mindestens die höchste Meldestufe 3.

«Wir bewegen uns derzeit auf ein sogenanntes zehnjähriges Hochwasser zu», teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit. Der erste Scheitel näherte sich aus Bayern und sollte am Donnerstag Hessens Landesgrenze erreichen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt bis Freitag ergiebigen Dauerregen voraus, der auch die letzten Schneereste in den Mittelgebirgen wegschmelzen lassen werde. Der neue Tiefausläufer soll auch den Rhein und die Mosel wieder anschwellen lassen. «Der Regen ist im Moment noch unterwegs. Wir müssen abwarten, wo der runterkommt», hieß es beim Hochwassermeldezentrum in Mainz.

Höher als erwartet flutete das Hochwasser des Mains am Mittwoch die historische Altstadt von Wertheim im Norden von Baden- Württemberg. Dort erreichte das Hochwasser seinen vorläufigen Höhepunkt. Der Marktplatz stand rund 80 Zentimeter unter Wasser. Aus den Nebenflüssen sei mehr Wasser in den Main geströmt als prognostiziert. Zwei Drittel der historischen Altstadt seien überflutet, etwa 1000 Menschen und 400 Gebäude betroffen. Die Stadtverwaltung ging von einem Millionenschaden aus.

In Frankfurt am Main errichteten Feuerwehrleute einen Damm gegen die Fluten, wenige Meter vom Rathaus Römer entfernt. Die Uferstraße am nur wenige Meter vom Römerberg entfernten Eisernen Steg war bereits überflutet. Auch im westlichen Stadtteil Höchst trat der Fluss über die Ufer. Mit dem Höchststand wurde für Freitag gerechnet.

Heftiger Regen wird die Pegelstände in den nächsten Tagen vielerorts wieder steigen lassen. Regentief «Dieter» naht von Westen und lädt vor allem an den Westhängen der Mittelgebirge Fluten ab.

Die Vorhersagen für den Anstieg von Rhein und Mosel variierten zunächst zwischen «minimal» und «dramatisch». Prognosen, nach denen am Wochenende ein Wasserstand von 7,50 bis 7,90 Meter am Pegel Koblenz erwartet werde, seien aber «sehr mit Vorsicht zu genießen», hieß es beim Mainzer Meldezentrum. Normal sind dort etwa 2,40 Meter. In Koblenz fließt die Mosel in den Rhein. Etliche Straßenzüge standen dort nach der ersten Hochwasserwelle noch unter Wasser, rund 2000 Anwohner waren betroffen.

An der Mosel wurde bereits für den Mittwochabend ein erneuter Anstieg des Wasserstands erwartet. An dem Fluss hatte bereits das Aufräumen begonnen, in manchen Orten sind die Arbeiten sogar schon abgeschlossen. Nun drohen neue Probleme. «In welcher Größenordnung, kann noch nicht gesagt werden», hieß es beim Meldezentrum in Trier.

Am Rhein befürchten die Anrainer eine neue Hochwasserwelle am Freitag. Es würden ähnliche Wasserstände erwartet wie zum Wochenbeginn, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg mit. Auch in anderen nordrhein-westfälischen Flussniederungen drohen neuen Hochwassergefahren. Bis Freitag ist Dauerregen angekündigt.

Ebenso wie in Bayern wird sich die Hochwasserlage unter anderem wohl auch in Sachsen-Anhalt wieder zuspitzen. Problematisch ist die Hochwasserlage derzeit vor allem an der Saale in Halle und an der Schwarzen Elster im Landkreis Wittenberg. Auch an der Oder in Brandenburg blieb die Lage kritisch.

In Südhessen kommt das Wasser mittlerweile auch von unten - der Grundwasserspiegel steigt. In einigen Orten seien bereits Keller vollgelaufen, hieß es beim Regierungspräsidium Darmstadt. Es sei zu erwarten, dass der Wasserspiegel im Untergrund weiter steigt. In Hanau rechnete die Feuerwehr in den nächsten Tagen mit eindringendem Wasser in die Keller. Anwohner entlang des Mains wurden aufgefordert, schon mal die gefährdeten Räume leer zu räumen.

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