Eigentlich war es nur ein Werbegag für einen Kinofilm – nun will das Städtchen Juzcar in Spanien für immer so aussehen wie Schlumpfhausen.

Bisweilen verkleiden sich Kinder (und geschäftstüchtige) Erwachsene als Schlümpfe und lassen sich von Touristen fotografieren.
Bisweilen verkleiden sich Kinder (und geschäftstüchtige) Erwachsene als Schlümpfe und lassen sich von Touristen fotografieren.

Bisweilen verkleiden sich Kinder (und geschäftstüchtige) Erwachsene als Schlümpfe und lassen sich von Touristen fotografieren.

Hübsch und blau: Für die Premiere des Schlumpf-Kinofims wurde das Dorf Juzcar blau angepinselt.

Jorge Zapata, Bild 1 von 2

Bisweilen verkleiden sich Kinder (und geschäftstüchtige) Erwachsene als Schlümpfe und lassen sich von Touristen fotografieren.

Madrid. Ein ganzes Dorf in Spanien ist blau. Und weil das so schön ist, haben die Dörfler beschlossen, ihr ganzes Leben lang „blau zu machen“. Genau genommen sind es die Häuser in dem Ort Juzcar, die Schlumpfblau gestrichen sind, ihre Bewohner in einen Farbrausch versetzten und das Dörfchen zur großen Touristenattraktion in Südspanien machten. Nun klingeln die Kassen wie nie zuvor in diesem Nest, das sich gerade zum „ersten Schlumpfdorf der Welt“ erklärte.

Im Sommer kamen die Leute von Sony und pinselten die Häuser an

Alles begann im Sommer, als die große Film-Produktionsgesellschaft Sony in Juzcar einfiel und in dem verschlafenen Dorf zur Werbung für den 3D-Film „Die Schlümpfe“ alle Häuser blau streichen ließ. Nicht einmal das Rathaus, die Kirche und der Friedhof wurden von den Malern verschont, welche die weißen Gebäude von Juzcar mit 8000 Kilo Farbe überschütteten und in die Schlumpfkulisse verwandelten. Freilich mit dem Versprechen, später wieder alle blauen Schlumpfspuren zu übertünchen.

Demokratisch wurde abgestimmt: Wir wollen ein Schlumpfdorf bleiben

Doch die 250 Dörfler, die so viel Spaß wie noch nie in ihrem farbenfrohen Heimatort hatten, haben nun demokratisch abgestimmt: Sie wollen weiter mit ihren blauen Fassaden leben. Auch weil plötzlich so viele Besucher in ihr abgelegenes Nest strömen wie in einem Jahrhundert nicht.

Die Einwohner haben klug erkannt, dass sich aus ihrem neuen Image als Schlumpfdorf gut Kapital schlagen lässt. Kinder wie Erwachsene stolzieren zuweilen als Schlümpfe verkleidet durchs Dorf, verdienen sich auch schon mal als lebende Fotomotive ein paar Euro dazu. Ein „Schlumpfmarkt“ auf dem Dorfplatz macht guten Umsatz. In der Dorfbar wird getrunken wie lange nicht mehr, so dass auch immer mal wieder einer der Gäste blau ist.

Nebeneffekt: Das Dorf ist dank der Farbe auf der ganzen Welt bekannt

„Unser Dorf“, freut sich der Bürgermeister, „ist jetzt in der ganzen Welt bekannt.“ So sehr, dass manch geschäftstüchtige Einwohner schon laut darüber nachdenken, ob man nicht von den Touristen auch Eintrittsgeld für den Besuch des südspanischen „Schlumpfhausen“ nehmen könnte.

Es scheint ganz so, als steigt der blaue Rausch doch manchem Dörfler zu Kopf.

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